Engpässe bei Krebsdiagnose befürchtet

17. September 2008, 16:35
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Reaktorstopp in den Niederlanden: Aufgrund größerer Korrosions- schäden im wichtigsten Kühlwassersystem bleibt einer der nuklearmedizi- nischen Haupterzeuger in Europa geschlossen

Amsterdam - In europäischen Kliniken erwarten Experten weitere Verzögerungen bei speziellen Krebsdiagnosen und - behandlungen. Grund: Einer der Haupterzeuger von nuklearmedizinischem Material in Europa bleibt erheblich länger geschlossen als zunächst angekündigt.

Frühestens Ende November statt wie zuvor angekündigt im Oktober könne der Kernreaktor im niederländischen Nordseeort Petten wieder die bei der Diagnose und Strahlenbehandlung von Krebs benötigten Technetium-99-Isotope liefern, teilte die Betreiberfirma NRG mit.

Engpässe seit Anfang September

Nach Angaben des Unternehmens werden allein in Europa pro Jahr sieben Millionen Untersuchungen mit Hilfe von Technetium vorgenommen. Bereits kurz nachdem der größte europäische Isotopen-Erzeuger aus Sicherheitsgründen Anfang September abgeschaltet worden war, kam es zu Engpässen bei der Belieferung von Kliniken mit Technetium. Während mit Petten der Hauptlieferant dafür ausfiel, waren die beiden anderen europäischen Isotopen-Reaktoren in Belgien und Frankreich gerade wegen geplanter Wartungsarbeiten stillgelegt.

Die Wiederaufnahme der dortigen Isotopen-Produktion kann nach Angaben von Experten den Ausfall von Petten kaum wettmachen. Als Grund für die Verlängerung der Reparaturarbeiten wurde von NRG die Entdeckung größerer Korrosionsschäden im wichtigsten Kühlwassersystem des Reaktors genannt. (APA/dpa)

 

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    Für viele Untersuchungen zur Krebsdiagnose wird nuklearmedizinisches Material benötigt. Hier ein Positronen-Emissions-Tomograph (PET).

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