Austria um die vierte Gruppenphase

17. September 2008, 14:20
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Coach Daxbacher vor Match gegen Lech Posen: "Nur versuchen, Tore zu verhindern und den Gegner einzu­schränken, ist zu wenig." - Europacup "im Moment kein Geschäft"

Wien - Die Austria will auf dem Weg in die UEFA-Cup-Gruppenphase erstmals in dieser Europacup-Saison in einem Heimspiel vorlegen. Vor der unter strengen Sicherheitsvorkehrungen begleiteten Partie gegen den polnischen Kontrahenten Lech Posen am Donnerstagabend (19.30 Uhr/live ORF 1) im Wiener Horr-Stadion legte Trainer Karl Daxbacher die Marschroute fest: "Wir wollen versuchen, unser Spiel aufzuziehen. Nur versuchen, Tore zu verhindern und den Gegner einzuschränken, ist zu wenig."

Leistungssteigerung von Nöten

Um nach dem Erstrunden-Duell mit dem Sechsten der polnischen "Ekstraklasa" zum vierten Mal den finanzkräftigen Aufstieg in die Gruppenphase zu schaffen, wird jedoch eine Leistungssteigerung gegenüber den Auftritten gegen die bisherigen Gegner Tobol Kostanai (2:0) und WIT Tiflis (2:0) nötig sein. Mit den Resultaten der bisherigen Europacup-Heimspiele an sich wäre man im Lager der Violetten natürlich hochzufrieden.

"Auch ein 2:0 wäre kein Garant für den Aufstieg. Aber es wäre ein gutes Ausgangsresultat", erklärte Daxbacher, der aus dem Vollen schöpfen darf. Die zuletzt angeschlagenen Franz Schiemer und Matthias Hattenberger kehrten wieder ins Training zurück. Spielt Daxbacher ("Es gibt für mich zwei Fragezeichen. Nicht taktische, aber personelle.") in der vom Türken Cüneyt Cakir geleiteten Partie wie erwartet mit der "Doppel-Sechs" Blanchard/Hattenberger, muss ein Offensiver aus dem Trio Bazina, Diabang und Okotie auf der Bank Platz nehmen.

"Sehr starker Gegner"

Lech - die Polen landeten Mittwochmittag in Wien - bezeichnete Daxbacher nach seinen Beobachtungen als "sehr starken Gegner", beim 4:1 in Krakau sei man aber auch durch den Spielverlauf begünstigt gewesen. "Ich schätze die Chancen weiter bei 50:50 ein. Wir müssen ein gutes Hinspiel spielen und ohne Gegentreffer bleiben", meinte der Niederösterreicher, dessen Gegenüber Franciszek Smuda auf den verletzten Linksverteidiger Henriquez aus Panama wird verzichten müssen.

Lech würde in einem typischen 4-3-2-1-System einlaufen und sei vor allem im Konter gefährlich. Schwächen habe er gesehen, so Daxbacher. Diese werde er aber für sich behalten und nur seinen Spielern mitteilen.

'Plus/minus Null'

Für die Austria geht es am Donnerstag neben dem sportlichen auch um das finanzielle Auslangen. Laut Thomas Parits sei der Europacup "im Moment kein Geschäft". "Wenn man in den ersten Runden mit 'plus/minus Null' aussteigt, ist das in Ordnung", meinte der Austria-Vorstand. Das Heimspiel gegen Lech würde aufgrund der strengen Sicherheitsvorkehrungen, die zum Großteil von der Austria bezahlt werden müssen, finanziell keine Einnahmen bringen.

Insgesamt 7.400 Zuschauer, darunter 550 Lech-Fans, dürfen in dem im Umbau befindlichen Horr-Stadion Platz nehmen. 800 Karten waren Mittwochvormittag noch zu haben. Tickets sind im Vorverkauf am Matchtag noch bis 15.00 Uhr in der Austria-Geschäftsstelle oder bis 18.30 Uhr im Fanshop (Praterstraße 59) erhältlich. Angst vor der angekündigten "Invasion" polnischer Fans hat man im Lager der Wiener nicht. Bei der Austria geht man davon aus, dass sich diese "lautstark, aber friedliebend" verhalten werden.

Internationale Beobachter

Angekündigt haben sich für die Partie auch Scouts namhafter Clubs wie Juventus Turin, Manchester United, FC Parma, Sampdoria Genua, Atalanta Bergamo, HSV oder Schachtjor Donezk. Ob diese aufgrund von Austria-Akteuren oder wegen der Lech-Jungstars wie Lewandowski oder Stilic anreisen, darf gerätselt werden. Daxbacher dazu: "Unsere älteren Spieler können sich in Europa noch einmal beweisen, die jüngeren können sich vor Interessenten präsentieren. Sie werden ja nicht nur für die Polen kommen."(APA)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen Fußball-UEFA-Cup - 1. Hauptrunde, Hinspiel

Austria Wien - Lech Posen (Donnerstag, 19.30 Uhr/live ORF 1, Wien, Horr-Stadion, SR Cüneyt Cakir/Türkei)

Austria: Safar - Standfest, Bak, Schiemer, Majstorovic - Sulimani/Krammer, Hattenberger, Blanchard, Acimovic - Bazina, Diabang

Ersatz: Almer - Madl, Metz, Sun, Dragovic, Netzer, Okotie

Es fehlen: Keine

Lech: Kotorowski - Wojtkowiak, Bosacki/Tanevski, Arboleda, Wilk - Bandrowski, Murawski, Injac - Peszko, Stilic - Lewandowski

Ersatz: Kret - Kadzinski, Djurdjevic, Kucharski, Cueto, Machaj, Rengifo, Reiss

Fraglich: Bosacki (angeschlagen)

Es fehlt: Henriquez (Muskelfaserriss)

Rückspiel am 2. Oktober um 18.15 Uhr im Miejski-Stadion, SR Costas Kapitanis (CYP).

Der Aufsteiger steht in der Gruppenphase des UEFA-Cups (Auslosung am 7. Oktober in Nyon, Spiele vom 23. Oktober bis 17./18. Dezember)

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