Gates äußert "tiefes Bedauern" über tote Zivilisten

18. September 2008, 11:29
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Karzai beschwert sich über Hausdurchsuchungen durch internationale Truppen und unnötige Verhaftungen

Kabul - US-Verteidigungsminister Robert Gates hat dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai sein "tiefes Bedauern" über den Tod zahlreicher Zivilisten in dem Land ausgesprochen. Nach Angaben des afghanischen Präsidentenpalastes kündigte er bei seinem Besuch in Kabul am Mittwoch zudem "neue Maßnahmen" an, mit denen die Zahl solcher Vorfälle künftig verringert werden soll.

Am 22. August waren bei einem US-Luftangriff auf das Dorf Azizabad in der Provinz Herat im Westen des Landes laut afghanischen Angaben sowie einem UN-Report 90 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter 60 Kinder. In einem Bericht des US-Militärs heißt es hingegen, sieben Zivilisten sowie 30 bis 35 Rebellen seien getötet worden. Die USA haben allerdings eine neue Untersuchung des Vorfalls in Aussicht gestellt.

Training soll verbessert werden

Karzai wiederholte seine Forderung, dass es fortan keine zivilen Opfer mehr geben dürfe. Zudem verlangte er einen Stopp der alleinigen Hausdurchsuchungen der internationalen Streitkräfte sowie keine weiteren unnötigen Verhaftungen.

Dem afghanischen Verteidigungsminister Abdel Rahim Wardak versprach Gates, das Training und die Ausrüstung der afghanischen Soldaten zu verbessern. Der US-Verteidigungsminister war am Dienstag zu einer zuvor nicht angekündigten Visite in Kabul eingetroffen. Am Mittwoch meldeten die US-Streitkräfte, dass bei einem Anschlag im Osten Afghanistans vier ausländische Soldaten und ein Afghane getötet worden seien. Angaben über die Herkunft der Opfer sowie über den genauen Ort der Attacke machten sie jedoch nicht.

Unterdessen bemühte sich US-Generalstabschef Michael Mullen in Pakistan um eine Verbesserung der amerikanisch-pakistanischen Beziehungen. In Gesprächen mit dem pakistanischen Premierminister Yousaf Raza Gillani sowie Armeechef Ashfaq Parvez Kayani erklärte er nach Angaben der US-Botschaft die Verpflichtung der USA, die pakistanische Souveränität zu respektieren.

Wie ein Gesprächsteilnehmer berichtete, unterstrich Kayani erneut, dass fremde Truppen keine Einsätze in Pakistan durchführen dürften. US-Angriffe auf Ziele in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan hatten in den letzten Wochen deutlich zugenommen. Die Region gilt als Rückzugsgebiet der radikal-islamischen Taliban sowie von Al-Kaida-Terroristen. (APA/dpa)

 

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