Aufruf zum Pastastreik

17. September 2008, 13:10
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Wegen zu hohen Pasta-Preisen rufen Konsu­mentenschutzverbände zum eintägigen symbolischen Nudelverzicht auf

Rom - Die Italiener gehen wegen der zunehmenden Pasta-Preise auf die Barrikaden. Am morgigen Donnerstag haben die Konsumentenschutzverbände zu einem Boykott von Nudeln und Brot aufgerufen, um gegen die hohen Preise dieser Grundnahrungsmittel zu protestieren. Alle Italiener sollen einen Tag lang symbolisch auf ihre Nudeln verzichten, so die Verbände.

Die Preise der Pasta in den Supermärkten seien in der ersten Jahreshälfte um knapp ein Drittel in die Höhe geschossen: Der Nudelpreis legte im ersten Halbjahr um 30,4 Prozent zu. Die Statistikbehörde Istat war zuletzt noch von einem Zuwachs um 25 Prozent ausgegangen. Auch Brot (plus 13,2 Prozent) und Milch (plus 11,8 Prozent) verteuerten sich kräftig. Italiens Pasta-Preisspektrum reicht derzeit von 1,58 Euro das Kilo bis zu 4,80 Euro. Hauptgrund für den Preisanstieg sind die weltweit steigenden Getreide- und Energiekosten. Sie trieben die Inflationsrate in Italien auf einen neuen Rekord von 4,1 Prozent.

Der italienische Nahrungsmittelkonzern Barilla hat die Preise für Nudeln in den vergangenen eineinhalb Jahren um insgesamt 40 Prozent angehoben. Diese Entwicklung sei vor allem auf steigende Getreidepreise zurückzuführen, sagt ein Barilla-Vorstandsmitglied.

Der Landwirtschaftsverband Coldiretti verurteilte die massive Teuerung und erklärte, es gebe eine ganze Reihe von Preisverzerrungen auf dem Weg "vom Weizenfeld zum Esstisch". Einer Coldiretti-Statistik zufolge verteuert sich der Nudelpreis vom Hersteller bis zum Verbraucher um 369 Prozent, der Brotpreis lege gar um 1.325 Prozent zu - und bei der Milch seien es immer noch 241 Prozent. (APA)

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