Konkurrenz warnt vor "Bestandsschutz" für Mediaprint

17. September 2008, 18:21
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Moser will Ring von Gratisblättern 2009 flächendeckend - In Wien sorgt das Angriffsziel des Ringes für Gegenwind: die "Krone"

Wien - Den Segen des Kartellgerichts haben Moser Holding und die Styria. Bis Mitte 2009 will Moser-Boss Hermann Petz nun die Lücken in ihrem neuen Gratiszeitungsring geschlossen haben: Wien, Oberösterreich, Vorarlberg.

Im Westen wollen "Bezirksblätter" und "Woche" mit den "Vorarlberger Nachrichten" kooperieren. In Oberösterreich könnte helfen, dass die Mosers die "Oberösterreichischen Rundschau" herausgeben, die sonntags gratis erscheint. In Wien sorgt das Angriffsziel des Ringes für Gegenwind: die "Krone". Die vereinten Gratisblätter sehen sich als erste nationale Alternative für Werber zum Kleinformat. Ziel: vier Millionen Leser gegen drei bei der "Krone".

Moser dürfte mit 7,5 Millionen Bestbieter sein

"Krone", "Mediaprint" und "Heute" machen also in Wien Druck gegen den Verkauf der "Wiener Bezirksblätter" (bz) an die Mosers. Die Post bot die "bz" den Innsbruckern nach STANDARD-Infos komplett an. Dann wollte sie 25,1 Prozent behalten und schrieb das Blatt zum Verkauf aus. Nun könnte sie es nach Brancheninfos behalten. Moser dürfte mit 7,5 Millionen Bestbieter sein. Bis Ende Oktober erwartet Petz eine Entscheidung. Er stellt sich "alternativ auf eine Neugründung" ein. Die kostete etwas mehr.

Die Mediaprint (Krone, Kurier) forderte im Kartellverfahren über die Gratiszeitungsfusion originelle Auflagen: Sie solle a) erst erlaubt werden, wenn ein zweiter Gratiszeitungsring aufgebaut wäre (an dem die Mediaprint bastelte), b) sollten die Gratisblätter ihre Werbevermarktung an eine Agentur auslagern und c) sollten ihnen Zukäufe verboten werden. Das Gericht genehmigte ohne Auflagen. Petz warnte, das Kartellrecht könnte zum "Bestandsschutz" für die Mediaprint und News geraten, die "unter diesem Kartellrecht nie hätten zustande kommen können". (Harald Fidler/DER STANDARD; Printausgabe, 18.9.2008)

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    Im Bild v.l.n.r.: Gerhard Fontan (Print Zeitungsverlag GmbH), Hermann Petz, Vorstandsvorsitzender der Moser Holding und Helmut Schoaß (Styria Wochenzeitungs- und Beteiligungs GmbH).

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