Molterer sieht Austro-Finanzsektor "kaum bis gar nicht" betroffen

17. September 2008, 16:51
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Finanzminister beruhigt vor dem Hintergrund der US-Finanzkrise

Wien -  Die österreichischen Banken und Versicherungen seien "kaum bis gar nicht" betroffen von der Krise rund um die Insolvenz der US-Bank Lehman Brothers und dem strudelnden Versicherer AIG, sagte Finanzminister Wilhelm Molterer am Mittwoch in Wien vor Journalisten nach einem morgendlichen Gespräch mit Vertretern von Nationalbank, FMA, Banken und Versicherungen. Sparer könnten "wie bisher in österreichische Banken und Versicherungen voll Vertrauen investieren".

Der österreichische Finanzinsektor habe daheim und in Europa expandiert und sei daher "nicht abhängig von riskanten Investments in den USA". Angesichts der Globalisierung sei es nun eine "große europäische Aufgabe" die richtigen Antworten auf die Krise zu geben. Insbesondere werde die Europäische Zentralbank (EZB) den Kampf gegen Teuerung und für Stabilität in der Wirtschaft führen, aber auch für nötige Liquidität sorgen. Die EU-Kommission wiederum solle für klare Spielregeln in der Finanzmarktregulierung sorgen, verwies Molterer auf die Verantwortung Europas in der aktuellen Situation. "Der Finanzmarkt braucht Regeln", fordert Molterer, in der globalen Wirtschaft seien dies globale Regeln.

Während der heimische Finanzsektor "stabil und verlässlich" sei, sieht Molterer die Auswirkungen auf das Wachstum "durchaus kritisch". Österreich könne sich nicht von den negativen Entwicklungen etwa in Großbritannien, Spanien oder Deutschland abkoppeln. Wie stark konkret die Wachstumsaussichten zurückzunehmen seien wolle er als Finanzminister nicht prognostizieren. Es werde aber "demnächst" eine Beurteilung "durch unsere Wirtschaftsforscher" geben, kündigte Molterer an. Die Herbstprognose von Wifo und IHS ist für den 2. Oktober angesetzt. (APA)

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