MySpace Music macht iTunes Konkurrenz

17. September 2008, 09:20
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Video auf Abruf bei Filmsite IMDB und Amazon.com, allerdings nur in den USA - Ein erneuter Versuch Apples Vormachtstellung zu untergraben

Mit einem umfassenden Gratisangebot an Musiktiteln will das soziale Netzwerk MySpace dem Marktführer bei Onlinemusik, Apples iTunes Store, Konkurrenz machen. Der Online-Wurlitzer, der Musik als "Stream" (Live-Übertragung) liefert, soll durch Werbeeinnahmen sowie Erträge aus Musik-Downloads finanziert werden. MySpace Musik ist ein Joint Venture zwischen dem zum News-Imperium Rupert Murdochs gehörenden MySpace, sowie drei großen Musiklabels: Warner Music, Sony BMG und Universal Music. Mit EMI sollen einem Bericht des Wall Street Journal zufolge derzeit Verhandlungen über eine Beteiligung laufen.

Weltgößter Onlinemusikhändler

Die Musikindustrie unternimmt damit einen weiteren Anlauf, um dem unter ihrer tatkräftigen Mitwirkung erbauten iTunes Store von Apple wieder zu unterlaufen. Apple ist der weltweit größte Onlinemusikhändler, und insgesamt der größte US-Musikhändler; die Musikindustrie ist mit dem rigiden Preissystem von iTunes unzufrieden. Alle Titel kosten bei Apple 99 Cents, Alben 9,99 Dollar bzw. Euro - allerdings gibt es eine wachsende Anzahl an Ausnahmen. Werbefinanzierung sei "die Zukunft" des Musikgeschäfts, schwärmt der Chef des Indie-Labels Orachard in der New York Times, der werbefinanzierter Musik ein vielfaches des derzeitigen weltweiten 30-Milliarden-Dollar-Umsatzes voraussagt. MySpace Musik sei der erste vielversprechende Versuch. Auch bei Videos - gekaufte und geliehene Filme, TV-Serien - wächst in den USA die Konkurrenz zu iTunes, das auch hier der eindeutige Platzhirsch ist.

Videostreams

Dienstag hat der populäre Filmsite IMDB (International Movie Database), eine Datensammlung über Film- und TV-Produktionen für Filmliebhaber, sein Angebot um Videostreams ergänzt. Rund 6000 Titeln stehen dem US-Publikum zur Verfügung - allerdings in mäßiger Qualität. Im Hintergrund wird das Filmangebot von Amazons neuem Dienst Video on Demand betrieben; und IMDB verlinkt auch zum DVD-Kaufangebot von Amazon. Alle diese neuen Onlineangebote sind derzeit nur in den USA zugänglich, und es scheint auch keine Ambitionen zu geben, sie rasch in anderen Ländern zu etablieren. (spu/DER STANDARD, Printausgabe vom 17.9.2008)

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    MySpace Musik: Gratismusik dank Werbung gegen bezahltes iTunes- Angebot.

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