Lehman-Pleite bringt deutsche Einlagensicherung in Not

16. September 2008, 21:55
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Sicherungsfonds könnte mit bis zu sechs Milliarden Euro belastet werden

Frankfurt/Berlin - Auf den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) rollt nach einem Bericht des "Handelsblatts" (Mittwoch) der bisher größte Schadensfall der deutschen Wirtschaftsgeschichte zu. Der Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers könnte den Sicherungsfonds laut Finanzmarktkreisen mit bis zu 6 Mrd. Euro belasten, weil die deutsche Tochter der Entschädigungseinrichtung mit einer Deckungssumme in dieser Höhe angeschlossen ist.

Sicherungsfonds

Ob sich die Belastung noch reduziere, hänge davon ab, ob sich Teile der deutschen Lehman-Tochtergesellschaft verwerten ließen. Gelinge das nicht, müssten die dem Fonds angeschlossenen Institute womöglich Kapital nachschießen. Nach Angaben des deutschen Bundesfinanzministeriums betrage das Volumen des Sicherungsfonds 4,6 Mrd. Euro.

Der BdB wollte die Schadenssumme im Fall Lehman über 6 Mrd. Euro weder bestätigen noch dementieren. Anleger in Deutschland müssen aufgrund der aktuellen Finanzmarktturbulenzen keine Sorge um ihre Ersparnisse haben, erklärte der Verband. Die Sicherungssysteme hierzulande griffen, die Banken seien robust. Die Gesamtverbindlichkeiten von Lehman in Deutschland belaufen sich auf 14,3 Mrd. Euro. (APA/dpa)

 

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