Finanzkrise bringt private Rennteams um Sponsoren

16. September 2008, 19:02
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Pankl sieht Formel I ungebremst investieren

Wien - Die Finanzmarktkrise droht auch den Rennsport zu bremsen. Banken wie Credit Suisse, Santander und Royal Bank von Scotland sind die großen Sponsoren der privaten Rennteams. Die Finanzinstitute sparen - die Rennbranche bangt um ihr Budget und mit ihnen die Ausrüster.

Auf die Formel I färben die Turbulenzen hingegen nicht ab, meint Wolfgang Plasser, Chef des Motorsportausrüsters Pankl. Die Top-Teams in der Branche ließen sich von der Konjunkturentwicklung nicht aus der Bahn werfen. Wer wolle schon bei großen Rennen aufgrund von Sparpaketen hinterherfahren.

Die Ausgaben für die Formel I wachsen jährlich um bis zu zehn Prozent. Allein Toyota lässt sich den Rennzirkus 450 Mio. Euro kosten. Und die Teams seien nach wie vor bereit, enorme Summen für Technik auszugeben, die ein paar Hundertstel Vorsprung verspreche.

Kaum Schrammen von der Konjunkturkrise werde auch das Geschäft mit den teuren Sportautos für Private davon tragen, ist Plasser überzeugt. Ihr Absatz steige, die Wartelisten seien lang. Das führe dazu, dass manch gebrauchter Ferrari in den USA teurer sei als ein neues Modell.

Pankl sieht sich mit seinen Motor- und Antriebssystemen in allen Formel I-Teams vertreten. Für Rückenwind sorge, dass künftig die Budgets der Branche weg von Aerodynamik zurück zur Entwicklung des Motors gelenkt würden. Statt weiter steigender Leistung sei mehr Energieeffizienz gefragt.

Neue Akquisitionen

Pankl mit Konzernsitz in Kapfenberg ist im Rennsport mit Spezialitäten wie Pleuel und Halbachsen Weltmarktführer. 500 der 900 Beschäftigten arbeiten in Österreich. Die Steirer haben seit 2007 vier Betriebe gekauft - jetzt zeichnet sich eine neue Akquisition in Deutschland ab. Plasser: "Wir haben 20 Mio. Euro in der Kriegskasse."

Das börsennotierte Unternehmen erwartet für das laufende Geschäftsjahr gut fünf Prozent mehr Umsatz. Ein neues Rekordergebnis werde es erst 2009 geben. Für die Steiermark sucht Pankl laufend neue Fachkräfte. (Verena Kainrath, DER STANDARD, Printausgabe, 17.9.2008)

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