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La Paz - Einer der prominentesten Widersacher des bolivianischen Präsidenten Evo Morales, der Präfekt der Urwaldregion Pando, Leopoldo Fernández (56), ist wegen eines Massakers an Bauern und Studenten festgenommen worden. Soldaten hätten den als "Häuptling von Pando" bekannten Politiker, dessen Stellung entfernt der eines Landeshauptmannes ähnelt, in der Provinzhauptstadt Cobija etwa 1.200 Kilometer nördlich von La Paz in Gewahrsam genommen, berichtete das bolivianische Fernsehen.
Fernández widersetzt sich - wie die Präfekten der vier anderen von der Opposition dominierten Regionen Beni, Santa Cruz, Tarija und Chuquisaca - der von Morales betriebenen gerechteren Verteilung des Reichtums im Lande. Der Präsident möchte die wohlhabenderen Regionen im Osten und Süden des südamerikanischen Landes zugunsten der überwiegend verarmten Indigena-Mehrheit im westlichen Hochland zur Kasse bitten.
Reichster Mann in Pando
Die Festnahme von Fernández, der in den vergangenen 30 Jahren nicht eine Wahl verloren hat, könnte den gerade erst begonnenen Dialog zwischen Regierung und Opposition gleich wieder abwürgen. Fernández gilt als reichster Mann in Pando und soll vielen seiner Familienangehörigen lukrative Posten zugeschanzt haben. Als seine derzeit wichtigste Aufgabe hatte er die Durchsetzung einer weitgehenden Autonomie seines Departements von der Regierung in La Paz bezeichnet.
Morales bezichtigt Fernández, gedungene Mörder angeheuert zu haben, die am vergangenen Donnerstag nahe der Ortschaft Porvenir das Feuer auf Anhänger der Regierung eröffnet hätten. Nach Angaben der Regierung starben dabei mindestens 15 Menschen, 30 wurden verletzt und mehr als 100 gelten seither als vermisst. Augenzeugen berichteten von bis zu 30 Toten.
Nach Festnahme nach La Paz geflogen
Fernández, der der konservativen Partei Acción Democrática Nacionalista (ADN) angehört, hatte sich am Vortag bereiterklärt, notfalls auch die von Morales geforderte Gefängnisstrafe von 30 Jahren Haft zu akzeptieren - jedoch nur, wenn seine Schuld in einem fairen und rechtsstaatlichen Prozess festgestellt worden sei. Dies werde jedoch nicht gelingen, denn tatsächlich sei die Regierung in La Paz schuld an der Gewalt. Fernández wurde sofort nach der Festnahme nach La Paz geflogen. Am Montag hatte das Militär in Cobija bereits zwölf Personen festgenommen, die illegalen bewaffneten Banden angehört haben sollen. Auch sie wurden bereits nach La Paz geflogen.
Die Staats- und Regierungschefs der im Staatenbund Unasur organisierten Länder Südamerikas hatten bei einem Krisengipfel zu Bolivien am Vortag in Chile unter anderem auch die Einsetzung einer Kommission beschlossen, die die Geschehnisse von Porvenir untersuchen soll. Darüber hinaus vereinbarten sie, den Dialog in Bolivien sowohl als Vermittler als auch logistisch zu unterstützen. In der Sache stellten sie sich jedoch überraschend eindeutig hinter Morales und kritisierten dessen Gegner wegen der Gewalt gegen staatliche Einrichtungen und wegen der Missachtung der "legitimen" Regierung in La Paz. (APA/dpa)
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Morales' Vorschlag läuft, auf Europa umgelegt, darauf hinaus, dass Deutschland, Österreich und noch ein paar reiche Länder auf die Hälfte ihrer Einnahmen verzichten sollen, die statt dessen der armen Mehrheit in Polen, Rumänen, Bulgaren etc. zugute kommen. Das mag moralisch sein. Und auch demokratisch, weil die Mehrheit dafür ist. Aber dass sich die, denen massiv weggenommen werden soll, wehren, ist nicht wirklich erstaunlich, oder? Und deren Forderung, statt dessen in jeder Provinz abstimmen zu lassen, müssten sich Gegner des EU-Reformvertrags eigentlich 1:1 anschließen können ...
Genau das tut die EU: die Nettobeiträge der "reicheren" europäischen Staaten fließen in die ärmeren Regionen, und niemand rebelliert dagegen (außer den geizigen Briten). Das nennt man SOLIDARITÄT!
Umso mehr wäre das in S-Amerika angezeigt, wo die Reichen (Exeuropäer!) seit Jahrhunderten die Länder nur zum eigenen Vorteil ausplündern. Lernt endlich mit den Indios zu teilen!
kommt ausschließlich "fremden" Staaten vom Baltikum bis S-Europa zugute. Darüberhinaus leisten wir uns ein noch immer einigermaßen ausgeglichenes Gesellschafts-, Sozial- und Wirtschaftssystem, das in S-Amerika erst aufgebaut werden muß, und zwar aus dem Vermögen, das bisher ungerechterweise von einigen Oligarchen der Bevölkerungsmehrheit entzogen wurde. Das ist der Zweck und Sinn der Umverteilung.
Die Sache ist nur, dass dies schon immer so war. Die Gasertraege gingen an die Zentralregierung, die das Geld verteilte (in diesem Falle benutzt sie es fuer staatliche Renten). Selbst zu Banzers und Gonis Zeiten wurde dies so gehandhabt. Es ist schon verwunderlich, warum gerade jetzt sich dagegen aufgelehnt wird, finden sie nicht? Wohl eine Folge der Einnahmenexplosion durch den Verkauf von Gas, welche die Nationalisierung mit sich gebracht hat. Kurz: Man ist gegen die Verstaatlichung der Gasreserven, will aber die Einnahmen davon fuer sich behalten. So verstehe ich zur Zeit die Logik der Opposition!!! ;)
ist muss den Willen der Mehrheit der Bolivianer hinnehmen-alles andere ist Diktatur,Impereialismus,oder beides.Die Mehrheit der Bolivianer will die massive Umverteilung,von den noch aus kolonialistischen Zeiten den Reichen gehöhrt.Hier geht es nur um unterschiedliche Anteile aus dem Reichtum des Landes.Diese historisch unterschiedliche Verteilung war ungerecht.Dies auszugleichen ist doch wohl selbstverständlich.Und das sich die Unrechten Nutzniesser dageggen wehren auch verständlich.Also lasst der Demoktatie den Lauf.
Ausserdem wird die Welt nicht besser oder schöner wenn man gegenteilige oder unerwünschte Meinungen (und sind sie noch so krank) löscht.
Mir ist lieber ich weiss was für seltsame Typen und Meinungen es so gibt. Die Wahrheit sollte uns zugemutet werden.
Der Bevölkerung ging es nämlich sehr schlecht (auch Aufgrund des amerikanischen Embargos aber auch durch die katastrophale Wirtschaftspolitik Allendes) und es gab nichts zu essen.
Viele behaupten, dass Allende auch bereit war zurückzutreten, weil er selber gesehen hat, dass es so nicht weitergehen kann, und dass ihm Pinochet (dem er übrigens vertraut hat) zuvorgekommen ist und hier natürlich mit Hilde der CIA.
Versteht mich nicht falsch, ich bin absolut gegen die Diktatur von Pinochet, aber dieses romantisierende und verkultende Bild Allendes (der sicher ein feiner Mann, aber unfähiger Staatsführer war) stimmt einfach nicht.
dass die unidad popular auch fehler gemacht hat.aber allende als "unfähigen staatsmann" hinzustellen ist lächerlich.wenn jeder schritt,den man macht,von der opposition blockiert wird,dann ist es halt schwer,eine vernünftige politik zu machen.es war die agrarbourgeoisie,die allendes politik boykottiert hat.die grossbauern waren gegen die landreform und hielten daher die ernte zurück.deshalb gab es nahrungsmittelknappheit und nicht weil allendes politik falsch war.das gleiche gilt für die lastwagenfahrer,die das transportwesen zum erliegen gebracht haben.oder die konservative opposition im parlament,die dort jede reform blockierte.und die faschisten,die - wie jetzt in bolivien - auf der strasse ihrem dreckshandwerk nachgingen.
aber eine opposition im Parlament hat halt einmal das Recht Reformen zu verhindern, wenn sie nötigen Stimmen haben. auch das ist Demokratie. Und es ist Pflicht einer Regierung diese Probleme vorherzusehen. Aber kaum an der Macht, ist der Idealismus leider undurchdacht durchgegangen.
Ich wäre der erste der sich freuen würde, wenn diese Experiment geklappt haette.
nur: im fall chile war es so, dass die parlamentarische blockade durch die opposition bestandteil einer breiteren strategie war. die konservative opposition im parlament, der boykott durch die industrie und landbesitzer und der terror der faschisten spielten hand in hand. alles das diente der destabilisierung der regierung von allende. und auch hier gibt es parallelen zu bolivien. natürlich ist es zum gegenwärtigen zeitpunkt schwer, eine gezielte strategie hinter den aktionen zu erkennen - aber: der rechte terror gegen die indigenas, der protest der östlichen provinzen gegen die verfassung und gegen die reformen und die autonomiebewegung handeln nicht zufällig gleichzeitig. ich denke,auch hier haben wir es mit einer destabilisierung zu tun.
warum finde ich fast alles was morales macht gut und vieles von dem was chavez tut eher nicht...
jedenfalls bleibt zu hoffen,daß sich die lage entspannen kann und alle verantwortlichen für die gewalt der paramilitares zur rechenschaft gezogen werden...
Seltsam: mediale Berichterstattung, die einem nicht in den Kram passt, als Propaganda zu verunglimpfen.
Hatte vor kurzem das (Miss)vergnügen, mit einem zu streiten, für den die "Westmafia-Medien" antirussische Propaganda betreiben.
Als ich eine Reihe sehr kritische Text-Passagen präsentierte, meinte er, das sei ein sehr typisches Beispiel für "verlogene Westpresse".
Es waren allerdings Artikel einer der grössten Agenturen Russlands, deren Kunde auch die ru. Regierung ist.
Wie kommt es eigentlich, das sogar Medien in autoritären Ländern kritischer sind als viele westliche Narren hierzulande?
Ach, Sie meinen "Lügen und Halbwahrheiten, die einem nicht in den Kram passen", darf man nicht misstrauen? Lustiges Kerlchen.
Und obwohl das Thema eigentlich Chavez war: sie wollen ernsthaft behaupten, dass unsere Medien, was die Russlandberichterstattung betrifft, unvoreingenommen sind?!?
(Das hat jetzt nichts mit Putin's Regierungsstil selbst zu tun)
darf i mi kurz einmischen? wenn die medien im westen parteiisch sind, dann bitte startet doch als antwort einen blog mit alternativinformation - beppe grillos blog in italien (der nicht gerade objektiv ist, aber bitte..) macht das hervorragend und ist eine der meistbesuchten websites italiens. es gibt nichts gutes, ausser man...eh scho wissen. wen interessiert, was in der FAZ steht, das lesen ein paar hunderttausend hanseln. wenns einen ordentlichen blog gibt, der hat millionen hits. also, wer immer das feeling hat dass die medien korrupt oder subjektiv sind, soll dran gehn eine alternative aufzubauen. noch nie war es so leicht wie jetzt.
Und deswegen darf man nichts mehr dazu sagen, wenn ständig Falschinformationen und Einseitigkeiten serviert werden? Ich kann Ihrer Logik nicht ganz folgen.
Außerdem hab ich weder Zeit noch den Geist dafür, für Leute (wie Sie?), die zu faul sind, sich selbst zu informieren, Informationen aufzubereiten, die es bereits jetzt zu entdecken gibt.
meine logik: wenn mir was net passt versuche ich was daran zu ändern. nur herumhängen und kritisieren ist mir zu österreichisch. wie gesagt, nie war es so leicht, abertausende menschen mit deiner meinung zu versorgen. tu es! das ist demokratie.
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