ÖGB: Metaller-Haus in Plößlgasse 15 verkauft

16. September 2008, 17:35
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Raiffeisen-Strabag baut Eigentumswohnungen

Wien - Seinesgleichen ist geschehen - und der Deal ist noch dazu vor dem Start der Herbstlohnrunde der Metaller unter Dach und Fach gebracht worden, im Wortsinne. Die Metallergewerkschaft wird ja am 26. September die herbstlichen Kollektivvertragsverhandlungen mit den Arbeitgebern beginnen (die Metaller eröffnen die herbstliche Lohnrunde tradionsgemäß); zu Hause sind die Metaller (genauer: die Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung) seit Jahrzehnten in einem mäßig ansehnlichen Gebäude in der Plößlgasse 15 im viertenWiener Gemeindebezirk - schräg vis-à-vis der Arbeiterkammer. Freilich ist die Umgebung eine äußerst reizvolle: an das Metallerhaus grenzt ein netter, grüner Park - samt Akzent-Theater.

Nicht mehr lange - wobei nicht der Park verschwinden wird, sondern das Haus der Gewerkschafter. Der Eigentümer der Liegenschaft mit 2420 Quadratmetern Gesamtfläche (davon ist mehr als die Hälfte Grünfläche)- der Österreichische Gewerkschaftsbund ÖGB - hat die Liegenschaft per Ende Juli verkauft; dem Vernehmen nach betrug der Schätzwert rund sechs Millionen Euro, bezahlt wurden, ebenfalls dem Vernehmen nach, rund 7,5 Millionen Euro.

Dort, wo zehnTage vor Weihnachten 2006 ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer den Verkauf der Gewerkschaftsbank Bawag an den US-Hedgefonds Cerberus verkündet hatte, werden in weiterer Zukunft Eigentumswohnungen mit Grünblick und kleinen Gärtchen in Parterre errichtet.
Der ÖGB hat die Liegenschaft nämlich an die RE Wohnungseigentumserrichtungs GmbH verkauft. Sie ist eine Tochter der Raiffeisen Evolution Project Development GmbH (25 Prozent) und der Baugesellschaft Strabag, die wiederum Hans Peter Haselsteiner, Oleg Deripaska und Raiffeisen gehört.

Übersiedlung ins Schiff

Die Gewerkschafter müssen aber nicht gleich raus; Stichtag der Übergabe des Hauses ist erst der 31. März 2010. Hintergrund: Der gesamte ÖGB (bis auf die GPA, die in Wien-Erdberg daheim ist) übersiedelt ja ins neue Haus am Wiener Handelskai, ins sogenannte "Projekt Katamaran" (der Name bezieht sich auf die daneben vorbei fließende Donau). Geplanter Übersiedlungstermin für die Metaller ist Ende 2009, mit Zeitpolster haben sich die neuenEigentümer mit den jetzigen Einmietern auf den Übergabetermin Ende März verständigt.

Das Haus wird dann abgerissen werden, "wir bauen auf 4500 Quadratmetern Nutzfläche rund 45 frei finanzierte Eigentumswohnungen, zum Teil mit Garten. Die Architektenausschreibung ist gerade angelaufen" , erklärt einer der Geschäftsführer der neuen Eigentümer. (Renate Graber, DER STANDARD, Printausgabe, 17.9.2008)

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