O.J. Simpson ließ seine Unschuld erklären

16. September 2008, 16:29
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Ex-Footballstar aber von einem Zeugen belastet - Wegen mutmaßlichem Überfall auf Souvenirverkäufer

New York/Las Vegas  - Zum Auftakt des Raubprozesses gegen den früheren US-Footballstar O.J. Simpson hat dessen Anwalt Yale Galanter die Unschuld seines Mandanten beteuert. Simpson habe zwei Fanartikel-Sammler im vergangenen Jahr nicht beraubt, sondern sich nur sein Eigentum wiederholen wollen, versicherte Galanter am Montag (Ortszeit) vor einem Gericht in Las Vegas. "Das war Zurückholen, das war kein Raub."

Simpson muss sich wegen eines bewaffneten Raubüberfalls verantworten. Die Anklage wirft ihm unter anderem Geiselnahme und Körperverletzung vor. Vor 13 Jahren war der Sportler in einem aufsehenerregenden Prozess vom Vorwurf des Doppelmords an seiner Frau und ihrem Freund freigesprochen worden. Die Entscheidung ist bis heute umstritten.

Zwei Gesichter des O. J.

Zu Beginn des neuen Prozesses spielte Staatsanwalt Chris Owens dem Gericht mehrere Tonbandmitschnitte vom Tatort vor. Sie enthüllten die beiden Gesichter Simpsons, sagte der Anklagevertreter. Das eine sei die liebenswerte, öffentliche Person, das andere sei der wütende, fluchende Mann auf den Tonbändern. Anwalt Galanter wies die Vorwürfe zurück. Sein Mandant habe nicht gewusst, dass Waffen mit im Spiel waren.

Bei dem Überfall vor einem Jahr soll Simpson gemeinsam mit fünf Komplizen in ein Hotelzimmer in Las Vegas gestürmt sein und die beiden Fanartikel-Sammler unter Androhung von Gewalt zur Herausgabe mehrerer Erinnerungsstücke gezwungen haben. Dabei ging es vor allem um Sachen aus Simpsons Football-Karriere, etwa mehrere Bälle aus Meisterschaftsspielen. Die Sachen seien seinem Mandanten gestohlen worden, sagte der Anwalt.

Lebenslange Haft droht

Ein Zeuge belastete Simpson. Bei dem strittigen Überfall vom 13. September 2007 habe jemand "Runter mit der Waffe" gerufen, sagte der 54-jährige Souvenirverkäufer Bruce Fromong vor den Geschworenen aus. Simpson habe geschrien: "Lasst niemanden aus dem Raum - niemand verlässt den Raum!"

Sollte der schwarze Sportler schuldig gesprochen werden, droht ihm lebenslange Haft. Über sein Schicksal entscheidet eine ausschließlich weiße Jury. Den umstrittenen Freispruch von 1995 hatte eine überwiegend farbige Jury getroffen. (APA/dpa/AFP)

 

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    Simpson: Einerseits eine liebenswerte, öffentliche Person, andererseits der wütende, fluchende Mann auf den Tonbändern.

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