Kleinaktionäre, aber kein Scheich kauften AUA-Aktien

16. September 2008, 17:34
posten

2,45 Millionen neue Aktien verkauft, 17,4 Millionen Euro Brutto-Emissionsvolumen

Wien - Sehr mager ist das Ergebnis der Kapitalerhöhung, die Austrian Airlines jetzt abgeschlossen hat: 17,4 Millionen Euro aus 2,45 Millionen Aktien á 7,10 Euro lukrierte die Fluglinie aus der jüngsten Kapitalmaßnahme. Davon müssen außerdem noch Rabatte für Kleinaktionäre abgezogen werden. Die AUA hatte jedoch stets erklärt, dass sie die Erhöhung nur deswegen durchführe, um alle Rechtsansprüche in künftigen Streitigkeiten mit dem verhinderten Investor Mohamed Al Jaber zu bewahren.

Der Scheich hatte sich wie erwartet nicht an der Kapitalerhöhung beteiligt - so manche Medien hatten im Vorfeld damit spekuliert, der austro-saudi-arabische Geschäftsmann hatte dies jedoch stets von seinem Umfeld dementieren lassen.

Al Jaber sollte 150 Millionen Euro einbringen und dafür einen Anteil von 20 Prozent erhalten. Der Investor zog sich aber zurück, weil er sich über die wirtschaftliche Entwicklung der AUA in die Irre geführt fühlte. Die AUA verwies stets auf gültige Verträge mit Al Jaber. Am Dienstag deutete die AUA in der Causa wieder ein Vorgehen vor Gericht an.

Kleinaktionäre haben bei der Kapitalerhöhung zugelangt, weil sie in einer Rabattaktion bis zu 1000 Stück AUA-Aktien zu 4,89 Euro zeichnen konnten. Alle weiteren wurden zu einem Preis von 7,10 Euro angeboten. Der AUA-Aktienkurs hat sich in den letzten Wochen wegen der Übernahmefantasie mehr als verdreifacht und lag bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe bei 6,23 Euro.

Wie viel Kleinaktionäre zeichneten und welche Boni dafür abgerechnet werden mussten, teilte die AUA am Dienstag nicht mit.

Währenddessen geht der Verkauf des knapp 43-prozentigen Staatsanteils an der AUA die zweite Verhandlungsphase. Lufthansa, Air France-KLM und die S7 sind auf der "Shortlist". Die Fluglinien können nun Einsicht in die Bücher der AUA nehmen. Bis Ende Oktober soll wie berichtet der Käufer feststehen (siehe auch "Die Alternative für die AUA ist Lehman Brothers"). (szem, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe,17.9.2008)

Share if you care.