Das Ozonloch wächst wieder

20. September 2008 17:55

Erderwärmung trägt zum Abbau der Ozonschicht bei - Auswirkungen auch in Österreich spürbar: Zunahme an Hautkrebs in den vergangenen zwei Jahrzehnten

Wien - Auch wenn es in den letzten Jahren um das Ozonloch medial etwas still geworden, die Gefahr, die vom Schwinden der Ozonschicht ausgeht, ist unvermindert groß. Genau genommen gibt es zwei Ozonlöcher: Sie befinden sich über Antarktis und Arktis und werden stets begleitet von sogenannten "Mini-Ozonlöchern", die sich auch immer wieder über Österreich bilden. Deren Entwicklung scheint direkt vom Menschen abzuhängen bzw. von jenen Stoffen, die er in die Atmosphäre freisetzt.

1985 mutierte das "Ozonloch" gemeinsam mit dem "sauren Regen" zum allgemein gebräuchlichen Fachterminus, der bis in die hintersten Winkel der Stammtische vorzudringen vermochte. Als Verursacher Nummer eins wurden die FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) auserkoren, die etwa zum Betrieb von Kühlschränken benötigt wurden. 1987 einigte man sich im Rahmen des Montrealer Protokolls darauf, die Produktion dieser langlebigen FCKW (50 bis 100 Jahre) weltweit zu verbieten.

Signifikates Wachstum seit 2005

Seit 1996 begann sich die Reduktion bemerkbar zu machen, die Fläche der Ozonlöcher über den Polen stagnierte. "Seit 2003 registriert man aber plötzlich wieder ein Wachstum, seit 2005 sogar ein signifikantes", so die Umweltmeteorologin Kathrin Baumann-Stanzer von der ZAMG in Wien. 2006 maß jenes über der Antarktis 28 Millionen Quadratkilometer - was rund 337 Mal Österreich entspricht.

Baumann-Stanzer sieht einen direkten Zusammenhang mit dem Klimawandel. Während nämlich die Troposphäre (bis zu einer Höhe von zehn Kilometern) wärmer wird, nimmt die Temperatur in der darüberliegenden Stratosphäre ab. Dort, in rund 20 Kilometern Höhe, sind aber nicht nur die Ozonlöcher "beheimatet", sondern auch "polare Stratosphärenwolken", die für den Abbau der Ozonschicht verantwortlich zeichnen. Und je kälter, desto mehr dieser Wolken. Nebst den FCKW, die ja noch einige Jahrzehnte in der Atmosphäre herumgeistern, scheint also auch die Erderwärmung ihren Beitrag zum Wachstum der Ozonlöcher beizutragen.

Auswirkungen auf Österreich

Doch was hat das alles mit Österreich zu tun, dessen Entfernung von den Polen beträchtlich ist? "Die Ozonschicht in Österreich befindet sich auf einem konstant niedrigen Niveau. Von einer Erholung kann keine Rede sein", mein die Meteorologin Stana Simic von der Universität für Bodenkultur in Wien. Denn auch hierzulande gibt es Ozonlöcher. Sie sind zwar viel kleiner und treten nur temporär auf - doch gerade das macht sie unberechenbar und gefährlich.

Wettererscheinungen wie Hochdrucklagen mit Perioden von einem bis fünf Tagen können zu einer lokal und zeitlich begrenzten Gesamtozonabnahme im Vergleich zum langjährigen Mittelwert führen. Solche Ozon-Mini-Löcher treten vorwiegend von Oktober bis März auf. Das größte und tiefste Ozon-Miniloch in Österreich gab es im November und Dezember 1999 - die Werte fielen damals um 30 Prozent.

Gravierende Veränderungen der Erdatmosphäre

Der Abbau des stratosphärischen Ozons gehört laut Simic zu den gravierendsten Veränderungen der Erdatmosphäre in neuerer Zeit. Über den mittleren Breiten habe die Ozonschichtdicke in den vergangenen 40 Jahren um mehr als acht Prozent abgenommen. Als Folge der langfristigen Ozonabnahme sei die Anzahl der Tage mit dünner Ozonschicht und daher erhöhter sonnenbrandwirksamer UV-Strahlung gestiegen. Dabei könne sich die Sonnenbrandgefahr um einen Faktor zwei, das Risiko einer DNS-Schädigung um einen Faktor vier erhöhen.

Denn: Je weniger Ozon, desto schlechter ist das für die Haut des Menschen: Ozon absorbiert nämlich Sonnenlicht im UV-Spektralbereich, insbesondere im Bereich kurzer UVB-Wellenlängen, so dass eine Abnahme des stratosphärischen Ozons zu einer Zunahme der für Menschen wichtigen UV-Strahlung führt. Die Folgen: Gefahr von Sonnenbrand, Hautkrebs und DNA-Schädigung.

Melanome nehmen zu

In Österreich wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine deutliche Zunahme der Neuerkrankungen am bösartigen Melanom beobachtet, hieß es 2007 in einer gemeinsamen Studie von Boku, Institut für Medizinische Physik und Biostatistik und Institut für Umwelthygiene der Med-Uni Wien: "Während bei Frauen nur ein leichter Anstieg zu erkennen ist, ist dieser bei Männern deutlich höher. Anfang der 90er Jahre betrug die Inzindenz des Melanoms in Österreich 7,4 Fälle pro 100.000 Einwohner und Jahr und stieg auf 9,4 Fälle pro 100.000 Einwohner im Jahr 2003."

Mit einer vollständigen Erholung der Ozonschicht rechnen Wissenschafter übrigens erst in etwa 50 Jahren - vorausgesetzt, die getroffenen Vereinbarungen zur Bekämpfung des Klimawandels werden eingehalten. In den kommenden Jahren bleibt die UV-Strahlung aber weiterhin intensiv, was zu erhöhten Hautkrebsraten bis zu den Jahren 2050 bis 2079 führt. (APA/red)

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F S 3
25.09.2008 14:47
FCKWs wurden erst "verboten", als die entsprechenden Patente der Kühlschrankindustrie ausliefen, und es auch Entwicklungsländern möglich gewesen wäre, entsprechende Geräte OHNE LIZENZGEBÜHREN nachzubauen…

…Was sagt uns das nun über eine angebliche "Verantwortlichkeit" der Industriestaaten für die Umwelt?

Dieser Exlusivartikel des Indipendent berichtet über die Entdeckung von Massen an METHAN, welches im arktischen Bereich in die Atmosphäre entweicht:
http://www.independent.co.uk/environme... 38932.html

Da der Mensch dafür wohl nicht "verantwortlich" gemacht werden kann, hört man darüber recht wenig. Methan ist nämlich WIRKLICH ein Atmosphären-beeinflussendes Gas. Nur kann man darauf aber schwerlich eine STEUER einheben…

Michael Bakunin
29.09.2008 08:09

das methan schädigt aber nicht die ozonschicht.

hlg
25.09.2008 20:58
interessanter artikel...

die grundhaltung sämtlicher wissenschaftler ist bereits so klimawandelgeschädigt, daß einfach JEDE beobachtung und so auch diese, auf die bereits vorhandene erwärmung zurückgeführt wird.

die artikel (auch hier) über erst kürzlich festgestellte gigantische vulkanausbrüche unter wasser in der arktis als mögliche ursache werden nicht mal erwähnt...

stattdessen wird angenommen, daß eine meterdicke wasserschicht gegen jede physik wieder von oben erwärmt wird...

Michael Bakunin
29.09.2008 08:09

wenn du leugnest, dass die ozonschädigenden gase größtenteils vom menschen produziert werden, ist dir wirklich nicht mehr zu helfen.

hlg
29.09.2008 18:17
ich meinte den oben von fs3 geposteten link:

http://www.independent.co.uk/environme... 38932.html

und:
ja, methan schädigt nicht die ozonschicht.

ja, sämtliche oxidierbaren umweltverschmutzungen, die wir in die luft blasen zehren natürlich ozon...

ich habe aber noch nirgends gelesen, daß zb flugzeuge die ozonschicht schädigen... dabei sind die aber am nächsten dran, verbrauchen sauerstoff und produzieren dreck...

chem
22.09.2008 08:36
Typischer Artikel der Standard "Wissenschafts"-redaktion !! ;-(

klein adlerauge
 
21.09.2008 14:32

"Das Ozonloch wächst wieder" so wie jeden südhalbkugelsommer...
das bei melanomen die früherkennung zugenommen hat und die leute immer älter werden (die meisten melanome haben alte) bleibt völlig unberücksichtigt. auch der punkt das ein melanom nicht automatisch malign ist. oder das in den 70ern die sonnenanbeterei ihre ganz grosse hausse hatte.
die ganze sache ist so multifaktoriell das die erklärung-für-kinder: ozonloch einfach völlig unzureichend ist.
und 30%weniger ozon bei uns im winter 1999: bei der einstrahlungsintensität die die sonne bei uns im winter hat völlig irrelevant.

verhaltensänderungen speziell das weglassen exzessiven sonnenbads im sommer bringen viel mehr gegen den hautkrebs als alle klimamaßnahmen der welt.

Michael Bakunin
29.09.2008 08:11

du hast wohl gar nichts verstanden.
es geht nicht darum, dass im winter das ozonloch größer ist als im sommer, sonders dass es insgesamt größer wird, ganz unabhängig von der jahreszeit.
und dass der grund dafür in schadstoffen, die der mensch produziert, zu suchen ist, sollte auch schon jedem kind klar sein.

klein adlerauge
 
29.09.2008 11:05

wenn sie sich ihrer einfachen erklärung so sicher sind und die sache nicht multifaktoriell ist: wie erklären sie das im winter 1999 um 30 weniger ozon da war? und in den folgejahren nicht? haben wir in diesem jahr (oder in irgendeinem beliebigen jahr davor) wirklich 30% mehr luftschadstoffe produziert als in jedem anderen jahr?
wohl kaum. wenn sie sich die korrelation von sonnenaktivität und ozonloch (die übrigends viel direkter und konkreter ist als die von fckws) ansehen werden sie feststellen das es die schadstoffe allein nicht sein können. und das es alle paar jahre starke schwankungen gibt.

birka
22.09.2008 12:41

Ein Melanom ist immer maligne, der Ausdruck "malignes Melanom" ein Pleonasmus. Das lentigo maligna Melanom steigt tatsächlich mit dem Alter an (ab ~50), aber das superfiziell spreitende und das noduläre Melanom haben ein durchschnittliches Erkrankungsalter um das 50. Lebensjahr (Erkrankungen schon ab ~20-30). Man kann also nicht sooo einfach sagen dass die Altersentwicklung an den Melanomen schuld ist.

Der Artikel geht eigentlich nicht ums Wachstum des Ozonlochs von Winter auf Sommer sondern die Veränderung seit 2003.

Dass man exzessives Sonnenbaden lassen soll ist eh klar, bzw wird jemand dem das nicht klar ist sich auch nicht den Kopf über Ozonloch oder Melanome zerbrechen

klein adlerauge
 
22.09.2008 14:46

sie haben recht.
in der eile und damit folgender schlampigkeit hat sich da einiges eingeschlichen.
was ich meinte war das nicht jedes melanom nodulär ist (hat die mieseste prognose). die meisten anderen arten sind ,relativ, ungefährliche krebsarten.

das häufigste ist allerdings schon das oberflächliche melanom und das tritt fast nur bei alten menschen auf.

birka
22.09.2008 15:13

Das häufige oberflächliche (sperfiziell spreitende) Melanom hat ein mittleres Erkrankungsalter von 50 Jahren. Diese Alter wurde im letzten Jahrhundert relativ leicht erreicht (wenn man mal von den beiden Weltkriegen absieht). Deswegen seh ich da keine statistische Verfälschung durch die Altersentwicklung.

Wie gesagt, am meisten steigt das Lentigo maligna melanom mit dem Alter an. Und das entwickelt sich aus einer Lentigo maligna - welche am eindeutigsten durch UV-Schäden entsteht.

Natürlich gibt es Melanomtypen bei denen die Theorie der UV-Ursache wenig greift. Das Syndrom der dysplasitschen Nävi z.B. wird vererbt, und das ALM tritt sogar an Schleimhäuten bzw. bei Schwarzen und Asiaten auf.

virtute_oO
21.09.2008 15:03
na dann

kann ich ja beruhigt weiter mit dem auto zum tschickautomaten um die ecke fahren und auf klimaschutz scheißen, weil man kann ja eh unter der erde oder in einer raumstation genau so schön leben!

klein adlerauge
 
21.09.2008 23:57

meinen betrag zur vermeintlichen oder realen klimaerwärmung (so genau trau ich mir das nciht abzuschätzen) wird von anderen 10 mal eingestellt. ich glaube trotzdem nicht das ich damit die welt oder irgendjemand vor hautkrebs retten werde.

sie dagegen haben recht eindeutig dringendere probleme.

Markus W
 
21.09.2008 16:20
Sind

Sie immer so trotzig?

currypowder
21.09.2008 12:58

Die steigenden Anzahl der Hautkrebserkrankungen hat nichts mit dem Ozonloch zu tun, sondern hängt eher mit der steigenden Anzahl der Hautkrebs Untersuchungen zusammen.

Roter Baron
21.09.2008 10:13
und wenn bitte jetzt langsam alle zu atmen und zu furzen aufhören könnten

damit wär der wirtschaft geholfen.


roter baron

Com`on sense
21.09.2008 10:02

ALLES WIRD GUT !

Abba Haidschi bumbaidschi,
Bum, bum, bum, bum,
Abba Haidschi bumbaidschi, bum bum.

Eine Kreatur
21.09.2008 09:40
also ich "meide" die sonne schon seit jahrzehnten

ist auch besser so, warum übertreiben, wenn täglich 15 minuten in der grösse einer handfläche lange genug ist?

ich käme nicht auf die idee, mich freiwillig irgendwo für ein paar stunden in die sonne zu legen ..

Beiddenker
20.09.2008 23:30
Hmm, vermutlich hat die Zunahme von Hautkrebs wirklich nichts ...

... mit dem extrem zunehmenden Besuchen von Bräunungsstudios zu tun und schon gar nicht mit Chemie-beschichteten - vulgo "Sonnenschutz"-Cremes - "Sonnenbaden" zur Mittagszeit, zu einer Zeit, in der die "jeweiligen Einheimischen" nicht einmal daran denken in die Sonne zu gehen.

Eine Kreatur
21.09.2008 09:41
natürlich ..

das ozonloch ist blödsinn, klimaerwärmung gibts nicht und an der zunahme von hautkrebs sind nur die "sonnenstudios" schuld ..

so kann mench sich die welt auch wieder in ordnung reden ..

Parkschwein
21.09.2008 11:05

er hat aber recht. es ist unsinn einen zusammenhang zwischen hautkrebs und ozonschicht herzustellen wenn es hier noch andere unberücksichtigte faktoren gibt. ich weiß auch nicht inwieweit sich solariumbesuche und allgemeine veränderung des lebensstils auf die hautkrebsraten auswirken, im vergleich zur ausdünnung der ozonschicht. weißt dus genau? - na eben.

T. S.
 
21.09.2008 13:42

Es stellt sich aber schon die Frage warum in Australien und Neuseeland die Hautkrebsrate höher ist, als anderswo in der Welt.

Und wer schon mal in Neuseeland in der Sonne gewesen ist, der weiss das die Sonne dort eine ganz andere Kraft hat als bei uns. So schnell kann man gar nicht schaun, das man da einen Sonnenbrand hat. Und das obwohl die Sonne nicht höher steht als bei uns.

Parkschwein
21.09.2008 13:57

klar tut sie das. aber dennoch halte ich es für falsch direkt von ozonloch auf hautkrebsrate zu schließen ohne andere faktoren unbekannter größe zu berücksichtigen.

Drizzle
 
21.09.2008 15:12

und woher weist du das diese faktoren nicht berücksichtigt wurden? kennst du die studie dazu?
wenn ja, dann kannst du gerne ausdrücklich darauf hinweisen.
ps: bei obigem artikel werden eigentlich nur die ergebnisse erläutert, die methoden dagegen nicht. ist also schwierig ojektiv zu beurteilen.

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