Hanna sorgt für Stimmung

16. September 2008, 14:42
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Am Donnerstag hebt die Eishockey-Liga mit der Partie Vienna Capitals gegen den KAC an. Salzburg verteidigt den Titel. Bill Gilligan und Christoph Brandner sind wieder daheim

Wien - Ein Tief spielt dem Eishockey quasi in die Hände. "Hanna" ist Schuld daran, dass schon Mitte September die ersten Wintersport-Gefühle wach werden. "Nicht nur die Spieler, auch die Fans sind froh, dass es endlich los geht", fasst Karl Nedwed, Präsident der Erste Bank Eishockey Liga (Ebel), die Befindlichkeiten vor dem Liga-Start zusammen. Am Donnerstag fällt in der Albert-Schultz-Halle mit der Begegnung Vienna Capitals gegen den KAC (19.15, Premiere) der Startschuss. Weiter kämpfen Villach, Salzburg, Linz, Innsbruck und Graz um den österreichischen Meistertitel. Szekesfehervar aus Ungarn und die slowenischen Klubs aus Jesenice und Ljubljana können geografiebedingt nur Ebel-Champion werden.

Im Grunddurchgang werden 270 Spiele gegeben, deutlich mehr als in der vergangenen Saison (254). Statt Platzierungs- und Qualifikationsrunde geht's gleich in die Viertelfinal-Playoffs im Modus "best-of-seven". An maximal 75 Spieltagen könnten sich 319 Matches ausgehen, ehe spätestens am 5. April 2009 der Meister feststeht.

Red Bull Salzburg ist nach zwei Titeln in Folge der Gejagte. "Die Titelverteidigung ist nicht leicht, aber möglich", sagt Headcoach Pierre Pagé. Er geht, wie alle anderen Trainer, von einer offenen Meisterschaft aus. "Vielleicht sehen wir einen neuen Meister", meint Innsbrucks Ron Kennedy und damit wohl sein Team. 13 neue Spieler wurden verpflichtet.

Das Comeback der zwei Liga-Heimkehrer Bill Gilligan und Christoph Brandner wird mit Spannung erwartet. Gilligan, neuer Headcoach der Graz 99ers, geigte einst in Wien (1979/ 80) und Klagenfurt (1980/81), ehe er als Trainer beim KAC zwischen 1985 und 1988 für vier Titel verantwortlich zeichnete. Der 54-jährige US-Amerikaner hat bei den Grazern, die in der vergangenen Saison die Playoffs verpasst hatten, für frischen Wind gesorgt und das Team früh aufs Eis geführt. "Es wird eine harte Saison. Unser Ziel sind zumindest die Playoffs", sagt er.

Worum der KAC kämpft

Christoph Brandner kehrt nach acht Jahren im Ausland wieder zum KAC zurück. Ein guter Zeitpunkt, der Rekordmeister feiert 2009 sein 100-jähriges Bestehen. "Es ist egal, wie alt der Verein wird. Hier in Klagenfurt kämpft man jedes Jahr um den Titel", sagte der neue Kapitän. Dieser Kampf wurde zuletzt 2004 gewonnen.

Nach seinem Wechsel vom KAC nach Krefeld, wo er 2003 Deutscher Meister, Torschützenkönig und Spieler des Jahres wurde, schrieb Brandner Eishockey-Geschichte. Der Steirer war der erste Österreicher, dem ein Torerfolg in der NHL gelang, und zwar für Minnesota Wild.

Nach Gastspielen in Schweden bei Södertälje und bei den Hamburg Freezers zog es ihn heim: "Meine Tochter Valentina beginnt bald mit der Schule. Da wollte ich nicht nochmal ins Ausland wechseln." Die zweite Tochter Carolina kam im Februar auf die Welt.

Auch sportlich freut sich der 33-jährige Brandner auf die neue Herausforderung. "Bei den Pre-Season-Spielen war kein wirklicher Niveau-Unterschied zu internationalen Ligen feststellbar", lobt Brandner den heimischen Betrieb. (David Krutzler, DER STANDARD, Printausgabe, Mittwoch, 17. September 2008)

 

 

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    Wer den Titel will, muss Durchhaltevermögen beweisen.

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