Möglicher Prostituiertenmörder unzurechnungsfähig

16. September 2008, 14:33
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Er wird verdächtigt, Anfang April in einem Bordell in Traisen eine 25-Jährige erstochen zu haben

St. Pölten - Anfang April ist in einem Bordell in Traisen (Bezirk Lilienfeld) eine Prostituierte (25) durch mehrere Messerstiche getötet worden. Der nach dem Mord festgenommene Verdächtige ist laut einem Gutachten nicht zurechnungsfähig, berichtete der ORF NÖ. Die Staatsanwaltschaft werde daher die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragen.

Ein Termin für die Schwurgerichtsverhandlung, in der die Voraussetzungen für eine Unterbringung geklärt werden, wurde noch nicht festgesetzt. Der 26-Jährige streite laut seinem Anwalt Oswin Lukesch die Tat nicht ab, sie sei für ihn selbst aber unerklärlich - als hätte eine völlig andere Person die gebürtige Rumänin mit dem Messer attackiert. Gegenüber den Ermittlern hatte der Mann nach der Tat keine Aussagen zu seiner Verantwortung bzw. zum Motiv gemacht. Der Staatsanwaltschaft zufolge habe er sich nach und nach kooperativer gezeigt.

Der Verdächtige hatte sich in jener Nacht mit dem späteren Opfer in einem Zimmer befunden, als im Raum nebenan ein weiterer Kunde und eine andere Prostituierte laute Hilfeschreie hörten und darauf reagierten. Beim Öffnen der Zimmertür sah die Frau, wie der Verdächtige mit einem Messer auf ihre bereits blutüberströmte Kollegin losging. Die Zeugin rannte in die Bar und schlug Alarm. Kurz darauf verließ der damals 25-Jährige fluchtartig das Gebäude und ging zu Fuß in Richtung Lilienfeld. Als ihn zwei Polizisten wahrnahmen, schleuderte er ein Messer und zwei Wurfsterne in ihre Richtung, wurde aber nach zwei Warnschüssen und einem gezielten Schuss in den Oberschenkel überwältigt. (APA)

 

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