OPEC hält Nachfrage-Prognose bei

16. September 2008, 14:23
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2008/09 rechnet die OPEC mit einer Ölnachfrage von 87 Millionen Fass pro Tag, ein Ölzuwachs sei 2009 nur aus dem Nicht-OPEC-Raum zu erwarten

Wien - Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) hat in ihrem am Dienstag vorgelegten Ölmarkt-Monatsbericht September ihre Prognosen für die weltweite Ölnachfrage 2008 und 2009 nur geringfügig reduziert. Für heuer erwartet die OPEC einen Anstieg der Nachfrage um 0,9 auf 86,8 mb/d (Mio. Fass täglich), im August war sie noch von 86,9 mb/d ausgegangen. 2009 sollen es mit 87,7 mb/d weitere 0,9 Mio. Fass mehr sein, nach zuletzt erwarteten 87,8 mb/d. Der Zuwachs wird 2009 ausschließlich aus dem Nicht-OPEC-Raum kommen.

Die Abschwächung der Konjunktur in den USA habe die Veränderung der Prognose notwendig gemacht, erklärte die OPEC am Dienstag. Die schwächere Konjunktur in den USA werde auch zu einer sinkenden Nachfrage nach Rohöl führen. Zudem würden die deutlich gestiegenen Preise für den Endverbraucher die Nachfrage senken, wird betont.

Non-OPEC

Für 2008 wird die Non-OPEC-Förderung auf 49,9 mb/d geschätzt, für 2009 auf 50,81 mb/d, wie die OPEC am Dienstag weiter erklärte. Die Nachfrage nach ihrem eigenen Öl schätzt die Organisation für heuer im Schnitt auf 32,0 mb/d, ein Zuwachs von 160.000 Fass pro Tag gegenüber vergangenem Jahr. 2009 dürfte die Nachfrage nach OPEC-Öl um 670.000 Barrel/Tag auf im Schnitt 31,3 mb/d anwachsen. Die Welt-Ölförderung lag im Vormonat August nach vorläufigen Daten bei 86,3 mb/d, um 3 Prozent mehr als ein Jahr davor, heißt es im Monatsbericht weiter.

Dem jüngsten OPEC-Report liegt noch eine von der OECD prognostizierten Wachstumsrate der Weltwirtschaft von 3,9 Prozent im laufenden Jahr sowie ein Plus von 3,7 Prozent im kommenden Jahr zugrunde. Doch könnte diese Prognose durch die Finanzkrise nach unten revidiert werden, verweist die OPEC bereits auf die jüngste spektakuläre Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers.

Mitte vergangener Woche hatten die OPEC-Ölminister bei ihrem letzten Treffen in Wien beschlossen, zwar an ihrer offiziellen Förderquote festzuhalten, die inoffizielle Mehrförderung aber um 520.000 Barrel (je 159 Liter) pro Tag zu senken. Davor war der Ölpreis erstmals seit fünf Monaten unter die Marke von 100 Dollar pro Fass gefallen. Nominell beschloss die OPEC zwar in Wien auch eine Absenkung der offiziellen Förderquote um 0,87 Mio. Barrel täglich auf künftig 28,8 Mio. Fass/Tag, doch entsprach dies der Fördermenge Indonesiens, das jetzt aus der Ölorganisation ausgetreten ist. Grund ist, dass Indonesien inzwischen mehr Öl ein- als ausführt.

Heute, Dienstag, rutschte der Preis für ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI bis zum frühen Nachmittag um 2,8 Prozent auf 93,03 Dollar (65,74 Euro) ab und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Mitte Februar. Die für Europa maßgeblich Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um drei Prozent auf 91,35 Dollar. OPEC-Öl kostete zuletzt am Montag 91,35 Dollar pro Fass, nach 95,33 Dollar am Freitag. (APA)

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