Wien ist nicht mehr Hollywood

16. September 2008, 14:22
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Verstärkte Defensive, abwehrstarke Offensivspieler als Rezept der Vienna Capitals - Topscorer Fox, Neo-Center Gratton fallen zu Saisonbeginn aus

Wien - Mit verstärkter Defensive und abwehrstarken Neuzugängen im Angriff wollen die Vienna Capitals in der kommenden Saison der Erste Bank Eishockey-Liga anders als in der abgelaufenen nicht mehr als bestes Team des Grunddurchgangs im Play-off scheitern. "Wir werden kein Hollywood-Eishockey mehr sehen, weil man mit einer tollen Offensive alleine keine Meisterschaft gewinnt", betonte Capitals-Vizepräsident Martin Platzer am Montag.

Die Wiener waren im Semifinale glatt mit 0:4 am späteren Meister Salzburg gescheitert. Viktors Ignatjevs (LAT/Linz) und Douglas Lynch (CAN/Salzburg) in der Abwehr und die kanadischen Stürmer Benoit Gratton (Hamburg) und Paul Healey (Jesenice) waren die wichtigsten der insgesamt elf Neuzugänge.

"Das Play-off ist unbedingt das Ziel"

"Ich bin sicher, wir werden eine gute Saison haben. Das Play-off ist unbedingt das Ziel", betonte Trainer Kevin Gaudet, der bei den Wienern in seine zweite Saison geht. Wie in der vergangenen Saision waren die Wiener auch in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit von Verletzungspech verfolgt. "Es waren ständig drei bis sieben Spieler verletzt, die Stimmung und der Ehrgeiz der Mannschaft sind aber sehr gut", betonte der Kanadier.

Der neue Center Gratton und Topscorer Aaron Fox, der weiter an einer Handverletzung laboriert, werden zum Saisonstart fehlen. "Ich hoffe, wir haben alle ein wenig Geduld", meinte Gaudet hinsichtlich der schwerwiegenden Ausfälle und der mäßig erfolgreichen Vorbereitung mit vier Siegen aus sieben Partien und lediglich 15 erzielten Toren.

Verpflichtungenin letzter Serkunde

vor dem Saisonstart haben die Capitals noch zweimal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Die Wiener verstärkten sich im Angriff mit dem Kanadier Patrick Lebeau und dem Finnen Juha Riihijärvi. Die beiden 38-jährigen Routiniers sollen die derzeit verletzten Aaron Fox und Benoit Gratton ersetzen. Lebeau war in Deutschland zweimal Topscorer der DEL (2003/04 und 2004/05), ehe er Frankfurt verließ. Wegen einer im Trainingscamp der Philadelphia Flyers erlittenen Verletzung musste er in der Vorsaison pausieren, zuletzt hielt er sich beim Schweizer B-Liga-Club Langenthal fit. Lebeau, der 15 NHL-Spiele absolviert hat, erhielt vorerst einen Vertrag für zwei Monate. Riihijärvi hat Trainer Kevin Gaudet in zwei Testspielen gegen Szekesfehervar überzeugt. Der Finne spielte elf Jahre für Malmö IF und zuletzt für Rodovre in Dänemark.

Die torgefährlichen Rodman-Brüder (Platzer: "Sie sind kaum zu ersetzen") musste man wieder zu Jesenice ziehen lassen. Präsident Schmid bestritt ein geschrumpftes Budget, betonte aber, dass man mit den Investments der Konkurrenz nicht mithalten wollte. Event-Spezialist Hannes Jagerhofer soll bei den Heimspielen der Caps laut eigenem Bekunden für "mehr Stimmung und mehr Inszenierung sorgen".+#

Auftakt gegen den KAC

Im Vorjahr kamen zu den Heimspielen in der Schultz-Halle durchschnittlich 4.045 Fans, womit man hinter dem KAC Rang zwei in der Liga einnahm. Der Rekordmeister aus Klagenfurt ist am Donnerstag (19.15 Uhr/live Premiere Austria) vor eigenem Publikum der Auftaktgegner der Wiener. "Sollten wir nicht Meister werden, wünsche ich es dem KAC, der nächstes Jahr 100 Jahre alt wird", ergänzte Schmid.(APA)

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    Gaudet zog die Lehren aus der vergangenen Saison.

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