Europäisches Innovations- und Technologieinstitut (EIT) eröffnet

16. September 2008, 14:13
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Konstituierende Sitzung in Budapest - Erste Forschungsthemen: Erneuerbare Energiequellen, Klimawandel und die nächste Generation von Informationstechnologien

Budapest/Wien - Mit dem ersten Treffen des 18-köpfige Verwaltungsrats wurde Montag Nachmittag das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) in Budapest eröffnet. Zum Präsidenten des Verwaltungsrats wurde der ehemalige Forschungschef von Philips, Martin Schuurmans gewählt, wie das einzige aus Österreich stammende Mitglied des Gremiums, Alexander von Gabain, Vorstand des Wiener Impfstoffherstellers Intercell, erklärte.

Wie die Verantwortlichen am Rande der konstituierenden Sitzung des EIT-Verwaltungsrats erklärten, sollen erneuerbare Energiequellen, Klimawandel und die nächste Generation der Informations- und Kommunikationstechnologien die ersten Forschungsthemen des EIT sein. Eine erste Ausschreibung der geplanten "Knowledge and Innovation Communities" (KICs) soll im kommenden Jahr erfolgen, 2010 die ersten dieser aus bereits etablierten europäischen Forschungseinrichtungen bestehenden KiCs implementiert werden, sagte Gabain.

Als nächste Schritte soll nun ein Exekutiv-Komitee aus Mitgliedern des Verwaltungsrats ernannt werden. Seitens des Verwaltungsrats wurde auf die "Unabhängigkeit" des EIT, etwa von der EU-Kommission verwiesen, man wolle das Projekt autonom weiterentwickeln, betonte Gabain.

Künftige Forschungsschwerpunkte

Das EIT werde "die besten und begabtesten Studierenden, Forscher und wissenschaftlichen Mitarbeiter aus Europa und der Welt anziehen", sagte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso anlässlich der Sitzung. Im Vordergrund des Treffens, an dem neben Barroso auch der ungarische Ministerpräsident Ferenc Gyurcsany und Bildungskommissar Jan Figel teilnahmen, standen Gespräche über künftige Forschungsschwerpunkte der neuen Institution.

Der Verwaltungssitz des EIT ist Budapest. Die ungarische Hauptstadt hatte sich bei der Wahl des Standorts im vergangenen Juni gegen die Städte Breslau, Jena, Sant Cugat del Valles sowie gegen die gemeinsamen Kandidatur von Wien und Bratislava durchgesetzt.

Aus dem EU-Haushalt steht dem EIT bis 2013 ein Budget von 300 Millionen Euro zur Verfügung. Der ungarische Staat will 20 Jahre lang die Miete für die Räumlichkeiten im Budapester Infopark bezahlen sowie fünf Jahre lang die Personalkosten. Das EIT ist die erste europäische Institution dieser Art in Ungarn. (APA)

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