Musikverein stellt Programm für die Saison 2008/09 vor

16. September 2008, 13:55
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Runde Jubiläen von Bohuslav Martinu, Joseph Haydn, Felix Mendelssohn Bartholdy und Olivier Messiaen nehmen zentrale Roll ein

Wien - Die Saison 2008/09 in den vier unterirdischen Neuen Sälen im Wiener Musikverein nimmt konkrete Formen an: Karl Markovics wird dort ab 13.1. 2009 einen eigenen Zyklus mit Gesang und Rezitation absolvieren, Erika Pluhar ihr neues Programm zur Premiere bringen und Daniela Fally ihren allerersten Liederabend (15.3.2009) vortragen, schilderte Musikfreunde-Chef Thomas Angyan am Dienstag in einer Pressekonferenz. Im Goldenen Saal wird Christian Thielemann mit den Wiener Philharmonikern bei fünf Konzerten (1.12., 29.3.2009, 27.11.2009, 13.4.2010 und 24.4.2010) alle Beethoven-Symphonien zum Besten geben. Erstmals in der Musikfreunde-Geschichte werde ein Zyklus über zwei Saisonen geführt, so Angyan.

Im Vorjahr hat es in den vier unterirdischen Sälen "1.083 verschiedene Sachen" gegeben, so Angyan: Diese "Sachen" waren 132 Eigenveranstaltungen mit 20.577 Besuchern, 73 Fremdveranstaltungen und fast 900 Proben. In der nun startenden Saison erhöht die Gesellschaft der Musikfreunde die Zahl ihrer Eigenveranstaltungen um 18 Prozent auf 165, davon ist wieder mehr als die Hälfte den Kinder-Konzerten gewidmet. Von "KlingKlang" für Drei- bis Sechsjährige gibt es zwei Aufführungen mehr und damit insgesamt elf, "Agathes Wunderkoffer" (ebenfalls für Drei- bis Sechsjährige) wird zweimal öfter und damit viermal geöffnet, und "Klassix" für die fünfte bis achte Schulstufe gibt es dreimal. Insgesamt werden die Kinderveranstaltungen mehr als 500.000 Euro kosten - eine "Investition in die Zukunft", so Angyan.

"Große Namen sind das Salz in der Suppe"

Highlights in den neuen Sälen sind u.a. Auftritte von Ildiko Raimondi, die am 15.1.2009 Direktoren und Dirigenten der Wiener Staatsoper als Komponisten vorstellt - darunter auch eine neue Komposition von Philippe Jordan zu Texten von Ernst Jandl. Hermann Beil setzt sich anlässlich des 20. Todestages des Autors mit Thomas Bernhard auseinander, Stammgast Michael Köhlmeier ist ebenso im Programm vertreten wie die Schauspielerinnen Birgit Minichmayr und Julia Stemberger. "Große Namen sind das Salz in der Suppe", so Angyan. In die Neuen Säle komme ein "Spontanpublikum", das sich oft auch kurzfristig zum Kartenkauf entscheide.

Der 50. Todestag von Bohuslav Martinu wird mit Aufführungen von zehn seiner Werke begangen, dem 200. Todestag von Joseph Haydn sind zwei Zyklen ("Haydn.Anders" und "Crossing.Haydn") gewidmet. Gefeiert werden auch der 200. Geburtstag von Felix Mendelssohn Bartholdy und der 100. Geburtstag von Olivier Messiaen.

Weniger Grund zur Freude gibt es zum Bedauern von Angyan in Zusammenhang mit dem 150-Jahr-Jubiläum des Wiener Singvereins: Dazu hatte es 2004 einen Kompositionsauftrag an Thomas Ades gegeben, den der Komponist jedoch nicht erfüllt hat. Deshalb wird es am 22. April 2009 im Großen Saal keine Uraufführung geben, sondern "Das Stundenlied" von Gottfried von Einem. Es sei auch "für einen Komponisten nicht alltäglich, ein Chorwerk mit den Wiener Philharmonikern zur Uraufführung" bringen zu können, bedauerte Angyan die Situation. (APA)

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