"Arbeit wird nicht qualifizierter, wenn sie länger dauert"

16. September 2008, 13:55
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Teilzeitjobs sind gefragter denn je - Mehrheit ist nach wie vor weiblich, Männer sind im Aufholen, belegt eine Studie

Wien - Teilzeitarbeit steigt in Österreich kontinuierlich an: Fast jede/r Vierte der insgesamt 4,016.000 Erwerbstätigen in Österreich hat im ersten Quartal 2008 Teilzeit gearbeitet. Damit erhöhte sich die Teilzeitquote auf 23,3 Prozent nach 19,7 Prozent im Jahr 2004. 80 Prozent der Teilzeitbeschäftigten verfügen zusätzlich zum Ersteinkommen auch noch über ein Partnereinkommen.

"Arbeit wird nicht qualifizierter, wenn sie länger dauert", betonte ein Arbeitsmarktservice-Sprecher, Johannes Kopf, am Dienstag bei der Präsentation einer Teilzeitstudie. Die Nachfrage nach Teilzeitjob sei nach wie vor im Steigen, so Kopf. Beim AMS haben im Vorjahr pro Monat rund 30.000 Arbeitssuchende ein Teilzeitjob gesucht. Im Gegenzug dazu waren aber nur 4.300 freie Stellen gemeldet.

Männeranteil steigt

Teilzeitarbeit ist immer noch vorwiegend weiblich, obwohl, so Kopf, "erste Anzeichen für eine Trendwende" zu erkennen seien. Derzeit haben 41,2 Prozent oder fast 760.000 erwerbstätige Frauen einen Teilzeitjob. Der Anteil der Männer beträgt lediglich 8,1 Prozent oder 174.000 Betroffene. Allerdings hat sich der Anteil der männlichen Teilzeitarbeiter von 2004 bis jetzt von 4,8 auf 8,1 Prozent gesteigert.

Die Mehrheit der Teilzeitbeschäftigten oder 80 Prozent verfügt zusätzlich noch über ein Partnereinkommen. Für ein Fünftel der Frauen ist das Teilzeiteinkommen das einzige Haushaltseinkommen, bei den Männern beträgt dieser Anteil die Hälfte. Alimente beziehen 4,2 Prozent der Betroffenen. 12,6 Prozent verfügen noch über ein weiteres Einkommen.

Im EU-Vergleich steht Österreich mit einer Quote von 22,6 Prozent an sechster Stelle nach den Niederlanden, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Schweden und Dänemark. Mit einer Quote von 4,1 Prozent ist Ungarn an letzter Stelle. (APA)

 

  • Obwohl die Mehrheit der Teilzeit-Beschäftigten weiblich ist, steigt seit kurzem auch der Anteil der Männer.
    Foto: AP/JENS MEYER

    Obwohl die Mehrheit der Teilzeit-Beschäftigten weiblich ist, steigt seit kurzem auch der Anteil der Männer.

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