Pille mit Zusatznutzen

16. September 2008, 13:18
4 Postings

Laut Umfrage wünscht sich die Mehrheit der Österreicherinnen positive Effekte bei prä- und menstruellen Symptomen

Wien - Die Pille muss für viele Frauen mehr können als nur verhüten. 63 Prozent der Österreicherinnen wünschen sich laut einer 2008 durchgeführten GfK-Umfrage einen Zusatznutzen zur verhütenden Wirkung, sagte Astrid Eßl von GfK Austria Wien im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag. Nach guter Verträglichkeit und sicherer Wirkung wünschen sich Frauen eine Verbesserung der Symptome vor und während der Regelblutung. Eine seit September in Österreich erhältliche Antibabypille verspricht Hormonschwankungen zu reduzieren und Wassereinlagerungen entgegenzuwirken.

Prämentruelles Syndrom

Etwa 90 Prozent aller Frauen spüren körperliche und psychische Veränderungen in den Tagen vor und während der Menstruation. "Zwischen 30 und 50 Prozent leiden an einem Prämenstruellen Syndrom (PMS)", sagte Inge Frech, Gynäkologin und Psychotherapeutin in Purkersdorf und Wien. Wie sehr PMS das Leben von Frauen beeinflusse, belegen Zahlen, wonach fast die Hälfte aller Frauen angibt, dass sich ihr Wohlbefinden in der zweiten Zyklushälfte deutlich verschlechtere. Eine schwere Form des PMS ist die prämenstruelle dysphorische Störung (PMDD), die von Gefühlen der Traurigkeit, Niedergedrücktheit und Angstzuständen begleitet ist.

Präparat Yaz

Das seit kurzem erhältliche Präparat Yaz zeige bisher als einzige Verhütungspille eine statistisch signifikante und klinisch nachgewiesene Wirkung gegen die prämenstruelle dysphorische Störung, erklärte Rene Wenzl, Oberarzt an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Wien. Yaz kombiniert das Gestagen Drospirenon mit dem nicht mehr ganz so neuen 24/4-Tage-Einnahmeschema (24 Tage lang werden wirkstoffhaltige und vier Tage lang wirkstofffreie Tabletten eingenommen).

Yaz ist eine niedrig dosierte Pille mit dem Gestagen Drospirenon, das Wassereinlagerungen entgegenwirkt und laut dem Mediziner gewichtsstabil ist. Die amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat dem neuen Produkt zur Empfängnisverhütung zwei Zusatzindikationen ausgewiesen: Zum einen eine Verbesserung des Hautbildes bei leichter bis moderater Akne und zum anderen eine positive Wirkung bei prämenstruellen Symptomen. Neben der Dosisreduktion und dem neuen Gelbkörper soll das 24/4-Muster die Compliance (Einnahmetreue) steigern.

Verhütung ist weiblich

Verhütung ist nach wie vor Frauensache. Bei den 15- bis 24-jährigen Frauen verhüten 84 Prozent selbst, erst ab 35 Jahren wird Verhütung zumindest zu einem Drittel an die Männer delegiert. Laut der GfK-Umfrage ist die Pille mit 96 Prozent Nennung das bekannteste Verhütungsmittel, gefolgt von Kondom und Hormonspirale (beides 91 Prozent). Bei den Methoden der Empfängnisverhütung liegt allerdings immer noch der Coitus Interruptus ("Aufpassen") an dritter Stelle. Bei den Zusatzwirkungen ist der Wunsch nach Linderung von prä- und menstruellen Symptomen bei den 20- bis 25-jährigen Frauen am größten, eine positive Wirkung auf das Körpergewicht hätten vor allem die 15- bis 19-Jährigen gerne. (APA)

 

  • Mehr als Verhütung, wünschen sich die meisten Frauen von der Pille.
    Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

    Mehr als Verhütung, wünschen sich die meisten Frauen von der Pille.

Share if you care.