Nowotny gibt Entwarnung für Österreich

16. September 2008, 10:40
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OeNB-Gouverneur: "Sparer müssen nichts befürchten" - Altmodisches europäisches Bankenmodell hat sich bewährt

Wien  - Österreichs Sparer müssen aufgrund der neuerlichen massiven Turbulenzen auf den Kapitalmärkten - im Anschluss an die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers - nicht um ihre Ersparnisse fürchten, betonte der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny, im Ö1-Morgenjournal-Interview. Auf Europa und Österreich werde sich die Krise allerdings über eine zu erwartende Konjunkturabschwächung auswirken.

"Der Sparer als Sparer muss nichts befürchten, viel eher gefährlich ist die Wirkung auf die Konjunktur", sagte Nowotny. Die leider bereits jetzt schon vorhandene Tendenz zur Konjunkturverschlechterung könne durch diese Entwicklungen verstärkt werden. "Zunächst einmal in den USA, aber wir können uns von diesen Entwicklungen nicht ganz abkoppeln", so Nowotny.

Stabilität

"Aus der Sicht des Sparers ergibt sich kein spezielles Problem, die österreichischen und europäischen Banken sind sicher", so Nowotny. Bei der Finanzkrise handle es sich um die Krise eines ganz speziellen Bankenmodells. Alle Banken, die in Problemen waren, seien Investmentbanken und nicht Kommerzbanken. Die europäischen Geschäftsbanken seien nicht in demselben Maße börsenorientiert und würden sich nicht über den Geldmarkt, sondern über Spareinlagen finanzieren. "Und das hat sich als sehr viel stabiler erwiesen. Es hat sich jetzt das vermeintlich altmodische europäische System bewährt", so der OeNB-Gouverneur.

Die Probleme sehe er nicht im Kreditsektor, die Probleme sehe er in der Realwirtschaft, so Nowotny. Nicht die finanzielle Seite werde auf Europa überschwappen, aber die konjunkturelle Seite werde sich nicht abkoppeln lassen. Die USA seien davon tatsächlich betroffen, es sei nicht nur ein Problem des Häusermarktes sondern auch ein Problem des stark kapitalmarktorientierten US-Pensionssystems. "Und das, fürchte ich, wird schon Auswirkungen haben", so Nowotny.

Kulanzangebote für betroffene Kunden

Angesichts der anhaltenden Finanzkrise stelle sich schon die Frage, ob ob man in der Vergangenheit nicht unter bestimmten Aspekten mit Liberalisierung und Deregulierung auf den Kapitalmärkten zu weit gegangen ist, so Nowotny. "Wir sehen ja jetzt die Ergebnisse davon."

Im Zusammenhang mit Garantieprodukten, für die Lehman Brothers die Garantie gegeben hat, wies Nowotny darauf hin, dass diese Produkte jetzt nicht wertlos seien, aber das Garantieelement weggefallen ist. Lösungen müssten von der Branche selber kommen. Er könne sich für die Betroffenen Kunden Kulanzangebote durch die Versicherungsgesellschaften vorstellen. Noch habe es dazu aber keine Gespräche gegeben. Zusammen mit der Finanzmarktaufsicht (FMA) werde derzeit festgestellt, wer betroffen ist. In Österreich sei dies erfreulicherweise nur ein geringer Bereich. Konkrete Zahlen wollte Nowotny - im Einvernehmen mit europäischen Regelungen - noch nicht nennen. Österreich sei jedoch nur am Rande betroffen. (APA)

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    Ewald Nowotny: "Die österreichischen und europäischen Banken sind sicher."

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