Teuerung geht leicht zurück

16. September 2008, 10:47
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Inflationsrate im August liegt bei 3,7 Prozent, Treibstoffe und Heizöl verursachen immer noch fast ein Drittel der Gesamt-Teuerung

Wien - Die Inflationsrate ist in Österreich im August weiter auf 3,7 Prozent zurückgegangen. Im Vormonat Juli machte die Preissteigerung noch bei 3,8 Prozent aus. Die Teuerungsrate für Pensionisten (PIPH) ist im August ebenfalls leicht gesunken und machte 3,8 Prozent aus. (Juli: 4,1 Prozent). Dies teilte die Statistik Austria am Dienstag mit.

Trotz der Preisrückgänge in jüngster Zeit verursachten die Ausgaben für Treibstoffe und Heizöl immer noch fast ein Drittel der Gesamtinflation. Als zweitstärkster Preistreiber erwiesen sich die Nahrungsmittelpreise, die laut Statistik Austria weiterhin auf hohem Niveau verharrten und ein Fünftel der Teuerung ausmachten. Innerhalb eines Jahres stiegen die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke um 6,4 Prozent.

Als Preisdämpfer wirkten die Ausgaben für "Nachrichtenübermittlung" aus, die um fünf Prozent zurückgingen.

Die für die Euro-Zone harmonisierte Inflationsrat betrug im August 3,6 Prozent (Juli 3,8 Prozent).

Sprit legt um 22 Prozent zu    

Größter Preistreiber war im August die Ausgabengruppe "Verkehr". Sie verursachte fast ein Drittel der Gesamtinflation. Ausschlaggebend dafür waren laut Statistik Austria nach wie vor die Treibstoffpreise, die fast für 0,8 Prozentpunkte der Gesamtinflation verantwortlich waren. Im Jahresabstand stiegen die Spritpreise um durchschnittlich 22 Prozent (Dieseltreibstoff +30 Prozent, Superbenzin +13 Prozent, Normalbenzin +15 Prozent).

Der Einfluss der Treibstoffpreise auf die Inflation weise zwar eine sinkende Tendenz auf (Juni 2008: +32 Prozent, Juli 2008: +25 Prozent), aber nach wie vor hoch sei er hoch. Auch Flugtickets, deren Preise von den Treibstoffpreisen beeinflusst werden, waren um 11 Prozent teurer als vor einem Jahr.

Teure Lebensmittel

Die Preise für "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" stiegen gegenüber August 2007 um durchschnittlich 6,4 Prozent und waren für etwas mehr als ein Fünftel der Inflationsrate verantwortlich, so die Statistik.

Zurückzuführen war dies überwiegend auf die Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln (durchschnittlich +6,6 Prozent), die etwa 0,7 Prozentpunkte zur Gesamtinflation beitrugen. Brot und Getreideerzeugnisse verzeichneten durchschnittliche Preisanstiege von 11 Prozent (Teigwaren +38 Prozent, Gebäck +10 Prozent, Spezialbrot und Weißbrot jeweils +9 Prozent, Butterkekse +16 Prozent, Nussgebäck +7 Prozent).

Fleisch und Fleischwaren verteuerten sich im Jahresabstand um durchschnittliche 5 Prozent (Putenbrustfleisch +8 Prozent, Brathuhn +14 Prozent, Schweinsschnitzel +6 Prozent). Molkereiprodukte und Eier durchschnittlich um 8 Prozent. Die Preise von Vollmilch weisen im Jahresabstand einen durchschnittlichen Preisrückgang von 2 Prozent auf.

Immer noch hohe Preisanstiege wurden allerdings bei Käse beobachtet (durchschnittlich +15 Prozent; Gouda +16 Prozent, Emmentaler +13 Prozent, Frischkäse +17 Prozent, Camembert +13 Prozent, Mozzarella +17 Prozent). Schlagobers wurde um 6 Prozent, Fruchtjoghurt um 8 Prozent teurer. Eier kosteten insgesamt 11 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Zucker, Marmelade, Honig und Süßwaren verzeichneten insgesamt Preisanstiege von 6 Prozent, verursacht überwiegend durch deutliche Verteuerungen bei Vollmilchschokolade (+7 Prozent) und Schokoriegeln (+13 Prozent). Obst verteuerte sich durchschnittlich um 5 Prozent (Zitronen +37 Prozent, Äpfel +9 Prozent, Pfirsiche/Nektarinen +15 Prozent). Die Gemüsepreise stiegen insgesamt um 2 Prozent (Häuptelsalat +34 Prozent, Paprika +7 Prozent, jedoch Zwiebeln -28 Prozent, Kartoffeln -6 Prozent).

Saftige Preise für Getränke

Alkoholfreie Getränke waren durchschnittlich um 5,5 Prozent teurer, wofür hauptsächlich die Preisentwicklung bei Orangensaft (+12 Prozent) und Bohnenkaffee (+11 Prozent) verantwortlich war.

Die Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" (durchschnittlich +2,8 Prozent) verursachte etwa ein Siebentel der Jahresinflation. Das Heizöl, das im Jahresabstand um 40 Prozent teurer wurde, war für etwas mehr als die Hälfte der durchschnittlichen Preissteigerungen dieser Ausgabengruppe verantwortlich und verursachte 0,3 Prozentpunkte der Gesamtinflation. Die Preise für Strom und Gas stiegen im Jahresabstand jeweils um 1 Prozent, für Fernwärme um 3 Prozent.

Die Instandhaltung von Wohnungen verteuerte sich insgesamt um 4,3 Prozent. Die Betriebskosten für Wohnungen gingen um 2 Prozent zurück.

Einziger Inflationsdämpfer im Jahresabstand war, wie schon in den Vormonaten, die Ausgabengruppe "Nachrichtenübermittlung" (durchschnittlich -5,0 Prozent), wofür vor allem die Preisrückgänge bei Telefon- und Telefaxdiensten (insgesamt -4,5 Prozent; Internetentgelt -20 Prozent) verantwortlich waren. Aktionen einiger Mobilfunkanbieter führten in der Gruppe der Telefonapparate und Faxgeräte im Jahresabstand insgesamt zu starken Preisrückgängen (durchschnittlich -37,8 Prozent; Mobiltelefongerät -49 Prozent).

Preissteigerung bei Hotels

Die Teuerungsrate des Preisindex für Pensionisten (PIPH) lag im August bei 3,8 Prozent (Juli: 4,1 Prozent). Damit wies der PIPH eine um 0,1 Prozentpunkte höhere Teuerungsrate als der VPI (+ 3,7 Prozent) auf. Hauptpreistreiber waren "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" (+6,4 Prozent) und "Verkehr" (+7,0 Prozent), welche gemeinsam fast die Hälfte der Teuerungsrate für Pensionistenhaushalte verursachten. Die Preisveränderungen in der Ausgabengruppe "Wohnung, Wasser und Energie" (+3,5 Prozent) bewirkten ein Sechstel der Teuerung.

Der für die Euro-Zone relevante HVPI Österreichs lag im August bei 3,6 Prozent (Juli 3,8 Prozent). Der HVPI enthält - ander als der VPI - die Ausgaben von Touristen in Österreich. "Die derzeitigen Preissteigerungen vor allem in der Ausgabengruppe "Restaurants und Hotels", aber auch bei Treibstoffen wirken daher preistreibend", erläuterte die Statistik Austria.

Dieser Effekt konnte jedoch einerseits durch die geringere Bedeutung der Ausgabengruppe "Wohnen, Wasser und Energie" - im HVPI sind die Ausgaben von eigentümergenutztem Wohnen nicht enthalten - zum Teil kompensiert werden. Andererseits sind Ausgaben für Glücksspiele im HVPI nicht enthalten. Diese Ausgabengruppe, die derzeit eine "überdurchschnittliche Preisentwicklung" aufweist, wirkte sich daher nur im VPI aus. (APA)

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