Japans Notenbank pumpt erneut Milliarden in den Markt

16. September 2008, 07:20
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Finanzspritze in Höhe von 1.000 Yen - Wirtschaftsminister: Krise wird sich auf japanische Wirtschaft auswirken

Tokio - Die US-Bankenkrise hat am Dienstag zu großen Turbulenzen auf dem japanischen Finanzmarkt geführt. Die Tokioter Notenbank musste innerhalb von wenigen Stunden zweimal intervenieren, um für zusätzliche Liquidität auf dem Markt zu sorgen. Nachdem die Bank of Japan bereits am Vormittag 1.500 Milliarden Yen (10,01 Mrd. Euro) in den Markt gepumpt hatte, folgte am Nachmittag eine weitere Finanzspritze von 1.000 Milliarden.

Geringere Nachfrage durch Krise

Der Nikkei-Index blieb von den Bemühungen der BoJ unbeeindruckt. Um 13.30 Uhr Ortszeit (06.30 Uhr MESZ) stand er bei einem Minus von 5,32 Prozent im Vergleich zum Freitag. Am gestrigen Montag waren die wichtigsten asiatischen Börsen geschlossen gewesen.

Der japanische Wirtschaftsminister Kaoru Yosano räumte indes ein, dass die US-Bankenkrise nicht spurlos an Japan vorübergehen wird. "Das Wachstum der japanischen Wirtschaft hängt von den Exporten ab", sagte Yosano am Dienstag vor Journalisten. Die jetzige Krise werde ohne Zweifel zu einer geringeren Nachfrage am US-Markt führen, und außerdem verliere die japanische Wirtschaft durch die Abschwächung des Dollar gegenüber dem Yen an Wettbewerbsfähigkeit.

Um den Kurssturz nach der Insolvenz der viertgrößten US-Investmentbank Lehman Brothers abzufedern, hatten bereits am Montag die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England mit 30 Mrd. Euro und fünf Mrd. Pfund (6,3 Mrd. Euro) auf dem Finanzmarkt interveniert. (APA/AFP)

 

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