Fall Natschläger: Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge

15. September 2008, 19:45
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Nach der tödlichen Attacke auf einen Politiker drohen dem 20-jährigen mutmaßlichen Täter maximal zehn Jahre Haft

Wien - Gegen jenen 20-Jährigen, der am 23. April 2008 den Wiener Bezirkspolitiker Gottfried Natschläger (V) in Wien-Währing auf offener Straße derart attackierte, dass der 64-Jährige in Folge starb, ist nun Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge erhoben worden. Dem mutmaßlichen Täter drohen bei einer Verurteilung maximal zehn Jahre Haft. Der Prozess startet Ende Oktober.

"Das Gutachten ergab, dass Zeugenaussagen, wonach der Schlag absichtlich geführt wurde, nicht haltbar sind. Mein Mandant hat das Opfer nicht absichtlich so schwer verletzt. Es war vielmehr eine Abwehrbewegung, um einen plötzlichen unerwarteten Zusammenprall zu verhindern. Ein besonders tragischer Unfall", zitierte das Blatt den Verteidiger des 20-jähirgen Angeklagten, Philipp Winkler.

Gottfried Natschläger ist am 23. April auf der Währinger Straße zwei betrunkenen Männer begegnet. Die beiden hatten zuvor in einer Garnitur der Straßenbahnlinie 41 randaliert. Nachdem sie der Fahrer bei der Station Kutschkergasse des Zuges verwies, sind die beiden 20-jährigen vor einem Geschäft in der Währinger Straße dann zufällig dem Politiker begegnet. Im Vorbeilaufen soll einer der beiden dem 64-Jährigen einen Schlag versetzt haben, worauf dieser das Gleichgewicht verloren haben, gestürzt und mit dem Kopf hart gegen die Gehsteigkante geschlagen sein dürfte. Natschläger erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma. Anfang Mai erlag er im Spital seinen Verletzungen. (APA)

 

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