Salzburg: Lust auf gezieltes Wegwerfen

15. September 2008, 19:11
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Manche denken an Kunst, doch es ist ein leeres Müllnetz - Das sorgt am Salzachufer immer wieder für Ratlosigkeit

Salzburg - "Was nur, um Gottes Willen, ist dem Künstler da eingefallen?" Während sich die Stadt-Salzburger an die fünf überdimensionalen, einem Basketballkorb nachempfundenen, Gebilde am rechten Salzachufer zwischen Makart- und Müllnersteg längst gewöhnt haben, führen die Netzskulpturen bei vielen Gästen immer wieder zu Ratlosigkeit. Vor allem am Vormittag, wenn die Mitarbeiter des Magistrates die Netze frisch geleert haben. Etwas später am Tag, wenn sich die Dinger dann langsam wieder füllen, ist der Zweck schneller klar: Die vermeintlichen Kunstobjekte an der Salzachböschung sind einfach nur Müllnetze.

Mit den ungewöhnlichen "Abfalleimern" will die Stadtverwaltung der Verschmutzung der Salzachufer begegnen . Die Uferböschungen sind nämlich mehr als nur Geh- und Radwege. Sie sind - gerade an der rechten, sonnigeren Flussseite - beliebter Treffpunkt von Jugendlichen bis weit in die kältere Jahreszeit hinein. Entsprechend ist auch das Müllaufkommen. "Littering" nennen das die Kids selbst: Achtloses Wegwerfen von Dose, Papier und Co. Sind aber die Müllbehälter auffallend und bieten vielleicht sogar noch einen sportlichen Ansporn, werden sie eher angenommen als der gute alte Mistkübel. (neu/DER STANDARD, Printausgabe, 16. September 2008)

 


  • Manche denken an Kunst. Es ist ein leeres Müllnetz.
    der standard/ neuhold

    Manche denken an Kunst. Es ist ein leeres Müllnetz.

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