Insolvenz nach Chapter 11

15. September 2008, 18:54
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Das Insolvenzverfahren nach Chapter Eleven (Kapitel elf) des US-Konkursrechts, wie es die US-Investmentbank Lehman Brothers am Sonntag beantragt hat, wird von großen US-Gesellschaften am häufigsten angewendet. Während eines solchen Verfahrens kann ein Unternehmen seine Geschäfte unter dem temporären Schutz des Gerichts vor den Gläubigern weiterführen, sich reorganisieren und sanieren. Das zahlungsunfähige Unternehmen behält also die Kontrolle über seine Geschäft.

Ziel des Chapter Eleven ist es, dass die Gläubiger möglichst viel von ihren Forderungen zurückerhalten. Dies ist oft besser möglich, wenn das Unternehmen nicht aufgelöst wird, sondern erhalten bleibt.

Im Fall von Lehman Brothers belaufen sich die Verbindlichkeiten auf 432 Milliarden Euro. Der größte Gläubiger ist dabei die Citibank mit Forderungen im Wert von 97 Milliarden Euro. Unbesicherte Bankkredite sind ebenfalls noch in Millionenhöhe ausständig. Alleine die japanischen Banken Aozora und Mizuho haben Lehman zusammen mehr als 530 Millionen Euro geliehen. (sulu, DER STANDARD, Print-Ausgabe,16.9.2008)

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