"Ike" richtet mehr Schaden an als Hurrikan "Gustav"

16. September 2008, 08:44
6 Postings

Der Hurrikan kostete mehr Menschen das Leben, als zunächst angenommen - Ölanlagen in Mitleidenschaft gezogen

Hurrikan "Ike" hat in den USA mehr Menschen das Leben gekostet, als zunächst angenommen. Die Einsatzkräfte bargen bis Montag 28 Todesopfer in neun Staaten. Bei der größten Such- und Rettungsaktion in der Geschichte von Texas wurden nach Behördenangaben fast 2000 Menschen geborgen, die die Evakuierungsaufforderungen ignoriert hatten.

Allein in Texas waren am Montag (Ortszeit) noch immer schätzungsweise 2,2 Millionen Menschen ohne Strom. An vielen Tankstellen gab es keinen Sprit. Der Gouverneur von Texas, Rick Perry, bat die Menschen um Geduld und betonte, die Rettungskräfte täten ihr Bestes. An der Texas Southern University standen Autofahrer zwei Stunden für frisches Wasser in der Schlange.

Die Behörden wollten am Montag in der überschwemmten Küstenregion weitere 140.000 Bewohner retten, die trotz Zwangsevakuierungen und amtlichen Anweisungen in ihren Häusern an der jetzt verwüsteten Küste geblieben waren. Viele von ihnen sind von den Fluten eingeschlossen.

Nach Regierungsangaben zerstörte "Ike" im Golf von Mexiko mindestens zehn Ölplattformen und beschädigte Pipelines. Lars Herbst von der für Bodenschätze zuständigen Behörde sagte, die von "Ike" verursachten Schäden seien größer als jene, die "Gustav" vor zwei Wochen herbeigeführt hat. Im Golf von Mexiko gibt es etwa 3800 Ölplattformen, ein Großteil des US-Öls wird dort gefördert.

"Ike" hatte mit Windgeschwindigkeiten von gut 170 Kilometern in der Stunde am Wochenende schwere Verwüstungen an der texanischen Küste angerichtet. Tausende Häuser standen unter Wasser und wurden beschädigt, Straßen wurden unterspült, einige Gebäude gerieten in Brand. Für Houston verhängten die Behörden ein einwöchiges Ausgehverbot. Zwei Millionen Menschen in Texas, Arkansas und Louisiana waren ohne Strom. Zum Teil fielen auch Telefonverbindungen und die Gasversorgung aus. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 16. September 2008)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wracks und Trümmer nach dem Hurrikan in Galveston, in der Nähe von Houston

Share if you care.