Liebe schlägt Krieg

15. September 2008, 18:07
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Dieses Jahr gelang dem Festival ein Coup: Niemand Geringerer als der französische Regisseur Jean-Luc Godard gestaltete den Festivaltrailer

Wien - Trailer gehören eigentlich zu den enervierenderen Begleitumständen eines Filmfestivals. Für die Viennale (17. - 29. 10.) gilt diese Regel deshalb nicht, weil sie seit jeher Filmemacher bittet, eine Minute ohne jede Vorgabe zu drehen - um quasi Werbung für das Kino zu machen. Dieses Jahr gelang dem Festival ein Coup: Niemand Geringerer als der französische Regisseur Jean-Luc Godard gestaltete den Festivaltrailer.


Viennale-Direktor Hans Hurch habe sich seit längerer Zeit um den zurückgezogen in der Schweiz lebenden Filmemacher bemüht - nun sei "ein Traum in Erfüllung gegangen" : In den nächsten Wochen wird Une Catastrophe, so der Filmtitel, in österreichischen Kinos eine Minute und ein paar Sekunden lang Lust auf ein Kino abseits des Mainstreams bereiten.

Der Film hat die Form eines visuellen Gedichts im Stile von Godards Histoire(s) du cinéma. Von Sergej Eisensteins Szene auf der Treppe von Odessa (Panzerkreuzer Potemkin) führt es über grellbunte Videobilder eines namenlosen Krieges zu einem langen Filmkuss aus Menschen am Sonntag (1929). Akustisch begleitet wird diese sphinxhafte Verschränkung von Motiven durch die Geräusche eines Tennisspiels und Musik: Kino, wie es kondensierter kaum geht. (Dominik Kamalzadeh, DER STANDARD/Printausgabe, 16.09.2008)

Zum Trailer >>>

  • Ein Kuss am Ende eines kurzen Streifzugs durch das Kino: JLGs Viennale-Trailer.
    foto: viennale

    Ein Kuss am Ende eines kurzen Streifzugs durch das Kino: JLGs Viennale-Trailer.

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