Goya-Diebstahl: Aktivisten bekennen sich

15. September 2008, 16:20
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Das "Kommando freie Kunst S-11" will Radierung aus einem Museum in Bogota als AKtion gegen "Kunst-Bürokratie" gestohlen haben

Bogota - Eine bisher unbekannte Gruppe "Kommando freie Kunst S-11" hat sich zu dem Diebstahl einer wertvollen Goya-Radierung aus einem Museum in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota bekannt. In einem am Wochenende eingegangenen Schreiben der Gruppe werde behauptet, der Diebstahl des fast 200 Jahre alten Bildes "Traurige Vorahnungen" aus der Reihe "Die Schrecken des Krieges" sei Teil des Kampfes gegen die "Kunst-Bürokratie", teilte die Stiftung Gilberto Alzate Avendano am Sonntag (Ortszeit) mit. Sie hatte die Ausstellung mit 80 Werken des spanischen Malers Francisco de Goya (1746-1828) organisiert. Das Werk war eine Leihgabe des Goya-Museums in Fuendetodos, dem Geburtsort des Künstlers.

Das Bild war am vergangenen Donnerstag, dem siebenten Jahrestag der Terroranschläge auf das World Trade Center in New York, gestohlen worden. S-11 steht im Spanischen für die Anschläge von 2001 mit fast 3.000 Toten. Das Schreiben ähnele einem Bekennerschreiben, das die inzwischen aufgelöste linke kolumbianische Rebellengruppe M-19 im Jahr 1974 nach dem Diebstahl eines Säbels des Befreiers Simon Bolívar in Bogota verschickt hatte.

"Goya, deine Radierung ist in den Kampf zurückgekehrt. Der Kampf Goyas geht weiter, Goya ist nicht gestorben. Seine Radierung zerreißt die Spinnengewebe des Museums und wirft sich in den Kampf der Gegenwart", zitierte die Stiftung aus dem Schreiben. "Goya ist nicht mit den Opportunisten, sondern mit den Fähigen. Deshalb ist er in unsere Hände übergegangen. In die Hände des Publikums, das sich nicht auf Cocktail-Partys rumtreibt und nicht die Eintrittspreise der Stiftung bezahlt", zitierte die Zeitung "El Espectador" aus dem Schreiben. Forderungen oder eine mögliche Rückgabe des Werkes wurden nicht erwähnt.

Ob die Gruppe überhaupt existiere und ob sie etwas mit dem Diebstahl zu tun habe, sei unbekannt, sagte die Direktorin der Stiftung, Ana Maria Alzate. Die Polizei teilte zunächst nichts über mögliche Fahndungserfolge mit. (APA/dpa)

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