IAEO: Kein Freispruch für Teheran

15. September 2008, 17:46
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Atomenergiebehörde "konnte bedauerlicherweise keinen substanziellen Fortschritt" machen

Wien - Der Iran-Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), den Generaldirektor Mohamed ElBaradei am Montag vorlegte, fiel kühl aus: Die IAEO könne bestätigen, dass der Iran kein deklariertes nukleares Material für nicht-deklarierte Zwecke abgezweigt habe, weiters hätten alle - dem Iran vom UNO-Sicherheitsrat untersagten - Uran-Anreicherungsaktivitäten unter Aufsicht der IAEO stattgefunden (mit 17 unangekündigten Inspektionen seit März 2007 in der Anreicherungsanlage). Der Iran bleibe jedoch weiter dabei, keine erweiterten Inspektionen unter dem "Zusatzprotokoll" der IAEO zuzulassen.

Offen bleiben die Fragen an einer brisanteren Front: Die Verdachtsmomente, die auf ein militärisches Atomprogramm hinweisen könnten, wurden nicht ausgeräumt. Die IAEO "konnte bedauerlicherweise keinen substanziellen Fortschritt" machen. Teheran habe auf einen Fragenkatalog der IAEO - betreffend mögliche Waffenstudien - zwar mit einer 117-Seiten-Präsentation geantwortet, bleibe aber dabei, dass die Zweifel auf "gefälschten" und "fabrizierten" Dokumenten beruhen.

In einem US-Geheimdienstreport vom vergangenen Winter heißt es, dass der Iran ein früheres Atomwaffenprogramm eingestellt hat. Dies wird von anderen bezweifelt, die meinen, der Iran werde letztlich sein Urananreicherungsprogramm dazu verwenden, Material für eine Bombe herzustellen. (guha/DER STANDARD, Printausgabe, 16.9.2008)

 

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