Zwei Titel auf einen Streich

15. September 2008, 15:20
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Postgraduierten-Studium für Informationsrecht und Rechtsinformatik an der Universität Wien seit fast zehn Jahren - ab 2009 soll der Erwerb eines "double degree" möglich sein

International ausgerichtet sei man immer schon gewesen, meint Lehrgangsleiter Nikolaus Forgó: "Ein Auslandsaufenthalt war aber bisher nicht fixer Bestandteil des Curriculums. Das liegt auch daran, dass der Lehrgang sich primär an österreichische, teilweise bereits berufstätige Studierende richtete. In den letzten Jahren hat sich aber gezeigt, dass gerade das Informationsrecht noch mehr als die meisten anderen Materien international angelegt ist." Die Idee, den Wiener Lehrgang mit einer anderen Ausbildung im Informationsrecht zu verzahnen, lag daher auf der Hand.

Aber wie kam man gerade auf Hannover? "Das hat mehrere Gründe", erklärt Forgó, "zum einem haben wir mit dem Institut für Rechtsinformatik an der Leibniz Universität einen exzellenten Partner gefunden, mit Erfahrungen in der internationalen Ausrichtung von Studiengängen, zum anderen besteht auch eine persönliche Verbindung zu dieser Universität. Ich bin zwar Wiener, lehre aber auch als Universitätsprofessor an der Leibniz Uni Hannover."

Internationale Partnerschaften

Tatsächlich scheint der EUSLIP-Studiengang (European Legal Informatics Study Programme) am Institut für Rechtsinformatik Hannover eine profunde Bereicherung zu sein. Er ist - als einziges juristisches Master-Programm im IT-Recht - mit dem Qualitätslabel der Exzellenzinitiative des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ausgezeichnet und unter die zehn besten internationalen Masterstudiengänge an deutschen Hochschulen gereiht worden.

"In Hannover kooperieren wir schon länger mit zahlreichen europäischen Unis wie Stockholm, Leuwen, Bologna oder Oslo. Davon soll längerfristig auch Wien profitieren. Als nächste 'Ausbaustufe' denken wir etwa an eine Partnerschaft mit dem Institut für Rechtsinformatik in Oslo. Aber das ist noch Zukunftsmusik", so Forgó.

Frauenquote beträgt fast 40 Prozent

Die Teilnehmer des LL.M.-Programms, das 8500 Euro kostet, werden jedenfalls künftig das erste Semester an ihrer Heimuniversität verbringen und das zweite an der Partnerinstitution. Von Oktober bis Juni wartet ein sehr dichtes Programm auf die LL.M.-Aspiranten. Neben juristischen Fächern werden auch Informatik und Netzwerktechnik gelehrt. "Die Ausbildung ist umfassend und intensiv. Das hat den Vorteil, dass unsere Leute nach Abschluss sehr gefragt sind, und zwar in internationalen Rechtsanwaltskanzleien genauso wie in IT-Unternehmen, Verlagen oder Behörden", weiß Forgó.

Darüber hinaus habe sich mittlerweile ein hervorragendes Netzwerk unter den bisherigen 150 Teilnehmern gebildet. Darunter befinden sich - trotz stark technischer Ausrichtung - erfreulicherweise auch zahlreiche Juristinnen: "Wir haben immer noch mehr männliche Teilnehmer in unserem Programm, die Frauenquote beträgt aber immerhin fast 40 Prozent. Und ich hoffe, es werden noch mehr!"(Judith Hecht, DER STANDARD/Printausgabe, 13.9.2008)

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    Stockholm, Leuwen, Bologna und Oslo: Die Parnterschaft mit dem Institut für Rechtsinformatik in Hannover öffnet dem Wiener Lehrgang für "Informationsrecht und Rechtsinformation" viele Türen.

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