Expertin: Früherkennung durch Mammographie nicht gewährleistet

27. Oktober 2008, 13:18
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Wiener Gynäkologin sieht EU-Standards in Österreich nicht verwirklicht

Wien - Die Primaria des KFJ-Krankenhauses in Wien, Teresa Wagner, übt im ORF-Servicemagazin "Konkret" scharfe Kritik an der Praxis der Brustkrebs-Früherkennung in Österreich. Durch mangelnde technische Ausrüstung, aber vor allem durch mangelnde Erfahrung mancher ÄrztInnen, könne die Mammographie für die Krebs-Früherkennung nicht mehr als zuverlässig angesehen werden, so die Gynäkologin in der Sendung vom 15. September.

Außerdem ist Wagner der Ansicht, dass die in Österreich angewandte Mammographie sehr oft nicht den EU-Standards entspricht. "Viele Frauen könnten gerettet werden, es hängt offenbar davon ab, an welchen Radiologen man gerät." Die Primaria fordert SpezialistInnen, die sich ausschließlich auf die schwierige Materie der Mammographie konzentrieren und dementsprechende Erfahrung und Weiterbildung haben. Zudem fordert sie die Einhaltung von EU-Standards, die in Österreich zu kurz kämen.

Besonders dramatisch werden diese Forderungen beim Fall einer 43-jährigen Wienerin deutlich. Die Frau, deren Mammographie regelmäßig keinen Krebsverdacht erkennen ließ, leidet ein Jahr danach bereits unter Metastasen an den Knochen. Die Früherkennung hatte versagt. Auch diese Frau stellte sich vor die "Konkret"-Kamera, um durch ihr Schicksal andere Frauen aufzurütteln. (red)

  • Mammografie-Screening
    Foto: AP/FRANKA BRUNS

    Mammografie-Screening

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