Napoli-Fans demonstrierten

15. September 2008, 12:14
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Gelbe T-Shirts aus Pro­test gegen Stadionsperre und Regierung - Napoli-Clubchef De Laureintiis widmete Sieg gegen Fiorentina den Fans

Rom - Einige Hunderte Ultras des italienischen Erstligisten SSC Napoli haben am Sonntagabend nach dem Meisterschaftsmatch SSC Neapel-AC Fiorentina (2:1) vor dem San-Paolo-Stadion in Neapel gegen die viertägige Stadionsperre protestiert, zu der der Verein nach den Krawallen zu Beginn der italienischen Fußball-Meisterschaft am 31. August verurteilt worden war.

"Ich bin vorbestraft"

Die Ultras riefen Slogans gegen die Regierung, die bis Ende der Meisterschaft organisierte Transfers von Napoli-Fans verboten hat. "Freiheit für die Ultras!", riefen die Fans. Die Demonstranten setzten auf Provokation und trugen gelbe T-Shirts mit der Schrift: "Ich bin vorbestraft".

Sie bezogen sich damit auf Aussagen des Innenministers Roberto Maroni, demnach sich unter den 3.000 Neapel-Ultras, die bei den Krawallen vor dem Spiel AS Rom-SSC Neapel am 31. August verwickelt waren, mehr als 800 Vorbestrafte mit Verstrickungen zur Camorra, dem neapolitanischen Arm der Mafia, befanden.

"Hooligans haben nichts mit Fußball zu tun"

Napoli-Clubchef Aurelio De Laureintiis feierte den Sieg seiner Mannschaft. Er widmete ihn den Fans, die jegliche Form von Gewalt ablehnen. "Hooligans haben nichts mit Fußball zu tun, sie sind einfach Kriminelle", sagte der Club-Präsident. Nach den Ausschreitungen rund um das Punktspiel zwischen AS Rom und Neapel, bei denen zehn Polizisten verletzt wurden, hatte der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi scharfe Maßnahmen angekündigt

SSC Napoli hat gegen den Ausschluss der Fans in den ersten vier Heimspielen beim Nationalen Olympischen Komitee Italiens (CONI) Berufung eingereicht. Der Club dürfe nicht wegen des Verhaltens einiger Krimineller bestraft werden, die sich unter die wahren Fans mischen, sagte Napoli-Genereraldirektor Pierpaolo Marino. (APA)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Christian Maggio verbeugt sich nach seinem Treffer gegen Fiorentina vor der leeren Fan-Tribüne.

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