Intransparente Vergabe der "Elite-Uni"

15. September 2008, 11:57
80 Postings

Wacklige Finanzierung, intransparente Standortvergabe, falsche Kostenschätzungen: Rechnungshof kritisiert mitunter 136 Millionen Euro große Finanzierungslücke

Wien - Eine Finanzierungslücke von fast 136 Millionen Euro für den Betrieb des Institute of Science and Technology Austria (I.S.T. Austria) in den ersten zehn Jahren ortet der Rechnungshof (RH) in seinem am Montag veröffentlichten Prüfbericht über die derzeit in Aufbau befindliche „Elite-Uni" in Maria Gugging (NÖ). Diese Lücke müsse durch die Beschaffung von Drittmitteln geschlossen werden.
Stellt man die laut geplanten Ausgaben (360,85 Millionen Euro) für die ersten zehn Jahre den gesetzlich vorgesehenen Einnahmen aus Bundes- und Landesmitteln (225 Millionen) in diesem Zeitraum gegenüber, ergibt sich eine Lücke von 135,85 Millionen Euro. Und die Bundesmittel sind nicht im Bundesbudget ausgewiesen.


ISTA-Kommunikationschef Oliver Lehmann sagte dazu, dass das Institut von Anfang an den expliziten Auftrag gehabt habe, 95 Millionen Euro selbst aufzustellen, das wolle man über FWF, EU-Projekte, aber auch Gelder von philantropischen Mäzenen erreichen. Scharf kritisiert der RH auch das Auswahlverfahren für den Standort der „Elite-Uni": Das Bewertungsverfahren sei während des Auswahlverfahrens geändert worden, „die Gründe für die Änderung waren nicht nachvollziehbar". Laut Prüfbericht war die „angestrebte Transparenz der Entscheidungsfindung somit nicht gegeben".
Die Prüfer kritisieren auch mangelnde Projektbegleitung durch das Ministerium. Das „erhöht die Gefahr eines Fehlschlages beim Aufbau des Forschungsbetriebs". Wissenschaftsminister Johannes Hahn (VP) sagte zum Standard, er habe bereits eine Abteilung damit betraut, aber: „Ich habe keine operative Einflussmöglichkeit." (APA, nim, tasch/DER STANDARD-Printausgabe, 16. September 2008)

 

Share if you care.