Auftakt des Spanischen Musikfestivals in Wien

15. September 2008, 11:33
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Jugendorchester Castellon und Spitzengitarrist Sainz Villegas begeisterten im Musikverein

Wien - Mit jugendlichem Temperament begann am Sonntag das IV. Spanische Musikfestival in Wien, das in diesem Jahr mit Flamenco-Gitarre und dem Orchester der Stadt Granada viel südspanisches Flair in die Bundeshauptstadt bringen wird. Der Auftakt am Sonntagabend im Musikverein wurde gestaltet von den jugendlichen Interpreten des "Joven Orquesta de Castellon" unter Sergio Alapont und dem jungen Gitarristen Pablo Sainz Villegas, die das Publikum mit Werken von Joaquin Rodrigo und Joaquin Turina begeisterten.

Einen Höhepunkt bildete das "Concierto de Aranjuez" vor der Pause, das Sainz Villegas eine willkommene Gelegenheit bot, seine Virtuosität an der Gitarre mit Einfühlungsvermögen und Verve zu beweisen. Der junge Musiker, der als einer der größten zeitgenössischen klassischen Gitarristen gilt, hat auf bedeutenden Bühnen Europas und der USA gespielt und zahlreiche Preise gewonnen. In Wien, wo er an Wettbewerben nahm, trat er nun erstmals in einem Konzert auf. Begeistert zeigte er sich im APA-Gespräch, "im prestigereichen Musikverein" sein Wiener Debüt zu geben. Houston und New York sind seine nächsten Stationen.

"Sinfonia Sevillana"

Das junge Symphonieorchester von Castellon gab nach der Pause eine kraftvolle "Sinfonia Sevillana" zum Besten, und die Power der jugendlichen Musiker riss die Zuseher förmlich mit. Das Orchester wurde 1995 gegründet und dient der Weiterbildung von Jungmusikern und -musikerinnen aus ganz Spanien. Es hat an zahlreichen Festivals in- und außerhalb von Europa mitgewirkt und unter der Leitung von Arapont ein breites Repertoire entwickelt, von spanischer Klassik bis zu Gustav Mahler und Richard Strauss.

Alapont, der selbst von jugendlichem Temperamt sprüht und auf vielen großen Bühnen der Welt, wie New York, San Francisco und der Wiener Staatsoper, an Opernaufführungen mitgewirkt hat, liebt Oper genauso wie klassisches Konzert, wie er der APA im Gespräch versicherte. Besonders will er das Erbe der spanischen Musik pflegen, das "Siglo de Oro", das den größten Widerhall in Europa fand, aber auch die zeitgenössischen Komponisten. Demnächst werde er etwas ganz Neues angehen - in Kiew wird er erstmals Ballettmusik ("Giselle") dirigieren.

Sergio Alaponts große Liebe gilt aber der Arbeit mit dem "Joven Orquesta Sinfonica de Castellon". Es sei sehr schwer, ein Jugendorchester zu dirigieren, aber unglaublich bereichernd, meinte er nach dem Konzert. Der Dirigent habe hier große Möglichkeiten, Musiker zu formen, und trage zugleich hohe Verantwortung. "Ich fühle mich mit jungen Musikern jung", so der junge Dirigent mit einer gewissen Koketterie. (APA)

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