Empörung bei Linkspartei über NS-Vergleich

15. September 2008, 11:06
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SPD-Altkanzler Schmidt hatte Parteichef Lafontaine mit "Adolf Nazi" verglichen

Passau - Führende Politiker der deutschen Linkspartei haben Äußerungen des deutschen Alt-Bundeskanzlers Helmut Schmidt (SPD) über Linken-Parteichef Oskar Lafontaine empört zurückgewiesen. "Seine Worte sind ungeheuerlich. Da kann ich nur sagen: alterssenil", sagte Linkspartei-Vize Klaus Ernst der "Passauer Neuen Presse" vom Montag. "Es ist an der Zeit, dass er nichts mehr sagt. Dass ein ehemaliger Bundeskanzler der SPD sich so äußert, zeigt den Verfall von Sitten und Moral in dieser Partei."

Schmidt hatte in einem Interview gesagt, Charisma allein mache noch keinen guten Politiker, und angefügt: "Auch 'Adolf Nazi' war ein charismatischer Redner. Oskar Lafontaine ist es auch." Zudem bezeichnete er den französischen Rechtspopulisten Jean-Marie Le Pen und Lafontaine als "vergleichbare Populisten".

Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Bodo Ramelow, sprach von einer "unglaublichen Entgleisung" Schmidts. "Ein Vergleich zwischen Oskar Lafontaine und dem größten Massenmörder ist einfach empörend." Der Altkanzler kann seine Wut über den ehemaligen Parteikollegen ja formulieren - ich würde mir aber wünschen, dass er sich nicht zum Mittel einer bösen Kampagne macht", sagte Ramelow. (APA/AFP)

 

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