Wiener Börse am Freitag: ATX schließt mit historischem Tagesplus

19. September 2008, 18:47
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US-Regierungspläne sorgen für Kursfeuerwerk rund um den Globus - Finanzwerte auf Erholungskurs

Wien - Die Wiener Börse hat am Freitag die internationale Börsenrally mitgemacht und ein historisches Rekordplus verzeichnet. Der ATX schoss um 331,51 Punkte oder 11,50 Prozent auf 3.212,98 Einheiten in die Höhe. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr
MEZ: Dow Jones/New York +3,10 Prozent, DAX/Frankfurt +5,56 Prozent, FTSE/London +9,60 Prozent und CAC-40/Paris +9,27 Prozent.

Die amerikanische Regierung will der taumelnden Finanzbranche mit einem Rettungspaket von mehreren hundert Milliarden Dollar zu Hilfe eilen und sorgte damit für ein Kursfeuerwerk an den Aktienbörsen rund um den Globus. In Wien konnte der ATX den größten Tagesgewinn seine Geschichte einstreifen. Auf Wochensicht musste das heimische Börsenbarometer jedoch trotz des Rekordgewinns ein Minus verbuchen.

Die abgelaufene Woche sucht in der Finanzgeschichte ihresgleichen, hieß es von Analystenseite mit Verweis auf den Konkurs der US-Investmentbank Lehman Brothers, der 85 Mrd.-Dollar-Hilfe der US-Notenbank für den taumelnden US-Versicherungsriesen AIG und den
US-Rettungsplänen für die amerikanische Bankenbranche.

"Wie lange es nach der jüngsten Talfahrt an den Aktienmärkten nun wieder nach oben geht, ist schwer abzuschätzen. Aber ein paar Handelstage könnten die Börsen schon zulegen bis wieder eine Korrektur folgt", erwartet eine Aktienhändlerin in Wien.

Eine deutliche Erholungsbewegung starteten zum Wochenschluss die Finanzwerte nach den jüngsten Kurseinbrüchen. Erste Group sprangen um 18,56 Prozent auf 42,99 Euro (7,921.104 Stück) nach oben. Raiffeisen International kletterten deutlich um 17,06 Prozent auf 65,20 Euro
(2.538.310 Stück). Weltweit schossen die Kurse der Bankaktien nach der angekündigten Sanierungsaktion der US-Banken nach oben.

Die heimischen Immobilienwerte konnten ihre Talfahrt des Vortages weitgehend gutmachen. Immoeast stiegen an die Spitze des Kurszettels mit einem Aufschlag von 29,57 Prozent auf 2,41 Euro (12,989.435 Stück) und Immofinanz um 20,36 Prozent auf 3,31 Euro (9,791.411
Stück). Die Immofinanz-Gruppe hat Konsequenzen aus dem Kursmassaker der letzten Tage gezogen und in Entwicklung befindliche Liegenschaftsprojekte in Milliardenhöhe auf Eis gelegt, wurde heute bekannt.

Die massiven Kursgewinne gingen quer durch alle Branchen. Ein Kursplus von mehr als zehn Prozent konnten im prime market auch Vienna Insurance, Conwert, Andritz, Strabag, Verbund, Sparkassen Immobilien, voestalpine und Schoeller-Bleckmann verbuchen. Knapp unter der 10-Prozent-Marke gingen OMV mit plus 9,81 Prozent auf 35,50 Euro (2.009.500 Stück) ins Wochenende.

Die zehn größten Kursgewinner von Freitag:

1. IMMOEAST AG                      +29,57 Prozent
2. UBM REALITÄTENENWICKLUNG AG      +23,00 Prozent
3. IMMOFINANZ AG                    +20,36 Prozent
4. ERSTE GROUP BANK AG              +18,56 Prozent
5. ATRIUM EUROP.REAL EST.LTD        +17,70 Prozent
6. RAIFFEISEN  INT. BANK-HLDG AG    +17,06 Prozent
7. VIENNA INSURANCE GROUP           +16,14 Prozent
8. CONWERT IMMOBILIEN INVEST SE     +14,82 Prozent
9. ANDRITZ AG                       +12,39 Prozent
10. STRABAG SE                      +12,21 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer von Freitag:

1. CENTURY CASINOS INC               -5,63 Prozent
2. AT&S AUSTRIA TECH.&SYSTEMTECH.    -4,51 Prozent
3. CHRIST WATER TECHNOLOGY AG        -4,28 Prozent
4. MIBA AG VZ KAT. B                 -3,90 Prozent
5. SKYEUROPE HOLDING AG              -3,51 Prozent
6. UNIQA VERSICHERUNGEN AG           -3,41 Prozent
7. SCHLUMBERGER AG ST                -2,70 Prozent
8. KTM POWER SPORTS AG               -2,67 Prozent
9. HTI HIGH TECH INDUSTRIES AG       -1,67 Prozent
10. LENZING AG                       -1,60 Prozent

(APA)

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