Pannenserie der spanischen Unglücksmaschine

14. September 2008, 21:01
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Spanair-Piloten meldeten schwere technische Probleme schon Tage vorher - Dazu kam das hohe Gesamtgewicht der Maschine - es lag nur etwas unter dem Höchstgewicht

Die Spanair-Maschine, die am 20. August auf dem Flughafen Madrid- Barajas beim Start abstürzte, war bereits in den Tagen vor dem Unglück durch schwere technische Probleme aufgefallen. Die ausfahrbaren Tragflächenvergrößerungen hatten mehrere Störungen. Am Unglückstag versagte dann auch das Warnsystem im Cockpit. Dies berichtet die spanische Presse unter Berufung auf die Wartungslisten der Fluggesellschaft. Außerdem war der Flug JKK5022 von Madrid auf die Kanarischen Inseln bis an die Belastungsgrenze beladen.

Piloten meldeten Probleme

Nur zwei Tage vor dem Unglück meldeten die Piloten dem technischen Dienst, dass das automatische Ausfahren der vorderen Tragflächenerweiterungen sowie die Warnvorrichtung im Cockpit nicht ordnungsgemäß funktionierten. Die Techniker überholten das System und erklärten, dass sich das Problem nicht wiederholen könne. Nur einen Flug später hatte das System erneut Störungen. Die Warnlampe im Cockpit ging an. Die Techniker wiesen den Piloten an, beim nächsten Flug darauf zu achten, ob es eine Warnung gebe. Die Lampe blieb aus. Die Techniker gaben sich damit zufrieden.

Maschine freigegeben


Wie jetzt bekannt wurde, hatten die Piloten bereits am 9. August ein Problem mit den hinteren Tragflächenerweiterungen gemeldet. Ein Techniker überprüfte das System in Palma de Mallorca. Nachdem der Fehler nicht wieder auftauchte, gab er die MD-82 frei.

Hitzesensor versagte

Am Unglückstag, dem 20. August, versagte erst ein Hitzesensor. Die Maschine kehrte auf der Startbahn um. Nachdem dieser Fehler behoben war, rollte die MD-82 erneut auf die Startbahn. Dieses Mal fuhren vermutlich die Tragflächenerweiterungen nicht aus. Da die Warnlampe im Cockpit nicht anging, blieb der Fehler unbemerkt. Der Pilot startete durch. Die Maschine hob einige Meter ab und stürzte ab. Die MD-82 zerschellte und explodierte. 154 Menschen kamen in den Flammen ums Leben.

Hohes Gesamtgewicht

Zu den technischen Schwierigkeiten kam das Gesamtgewicht der Maschine. Sie wog 64.500 Kilogramm, nur 2300 Kilogramm unter dem Höchstgewicht. Da Madrid 610 Meter über dem Meer liegt und an jenem Tag Rückenwind herrschte, befand sich die Maschine an der Belastungsgrenze. Der kleinste Fehler kann in so einem Fall verheerende Auswirkungen haben. (Reiner Wandler aus Madrid/ DER STANDARD Printausgabe 15.9.2008)

 

 

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