Oberwart: Jäger verwechselte Auto mit Wildschwein und schoss

14. September 2008, 20:02
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Präsenzdiener hatte Autopanne - Stand mit Bruder am Waldrand - Plötzlich fiel ein Schuss - Kugel durchschlug die Fahrertür und Beifahrertür

Oberwart - Ein Jäger hat am Freitagabend bei Schmiedrait (Bezirk Oberwart) ein Auto mit einem Wildschwein verwechselt und darauf geschossen. Ein Brüderpaar, das sich in unmittelbarer Nähe des Wagens befand, wurde nicht verletzt. Ein Alkoholtest, der bei dem 67-jährigen Steirer durchgeführt wurde, war negativ, berichtete die Sicherheitsdirektion Burgenland am Sonntag. Der Mann wird wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit angezeigt.

Ein 19-jähriger Präsenzdiener aus Niederösterreich war um 21.45 Uhr aus Offenegg kommend nach Schmiedrait unterwegs, als sein Pkw eine Panne hatte. Er lenkte den Wagen auf eine Zufahrtsstraße und stellte ihn vor einem Waldstück ab. Danach stieg der Bursch aus und verständigte seinen Bruder, der kurz danach kam.

Schuss vom Hochsitz aus

Als die beiden jungen Männer etwa sieben Meter entfernt von dem Fahrzeug standen, fiel plötzlich ein Schuss. Wie sich herausstellte, hatte ein Jäger, der etwa 80 Meter entfernt auf einer Anhöhe auf einem Hochsitz saß, auf den Pkw geschossen. Er gab an, dass er kurz eingeschlafen war, und als er aufwachte, habe er das Auto mit einem Tier verwechselt.

Das Projektil drang durch die Fahrertür ins Innere des Wagens ein und durchschlug das Armaturenbrett und den Beifahrersitz. Bei der Beifahrertür trat es wieder aus. Die jungen Niederösterreicher kamen mit einem Schrecken davon.

Im September 2002 hatte bei Pinkafeld ein Jäger auf Wildschweinjagd einen 20-jährigen Rekruten, der gerade von einer Nachtübung kam, in den Kopf getroffen und getötet. (APA, red/ DER STANDARD Printausgabe 15.9.2008)

 

 

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    Einem Wild-schwein hätte der Jäger ans Fell gehen wollen. Stattdessen zielte er auf ein Auto

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