"Krone"-Konkurrenz darf starten

15. September 2008, 11:51
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Das Kartellgericht hat der Tiroler Moser Holding und der Grazer Styria erlaubt, ihre Gratiszeitungen zusammenzulegen - Mit Grafik

Wien - Was der STANDARD bereits berichtete, wurde jetzt offiziell bekanntgegeben: Das Kartellgericht hat der Tiroler Moser Holding und der Grazer Styria erlaubt, ihre Gratiszeitungen zusammenzulegen. Am Montag wäre die Frist für eine Entscheidung des Kartellgerichts abgelaufen, der Richter genehmigte den Zusammenschluss bereits am Freitag, wie die Moser Holding am Montag verlautbaren ließ.

Auf den ersten Blick wollen da nur zwei Gratis-Wochenzeitungen zusammenlegen: Bezirksblätter und die Woche aus der Steiermark und Kärnten. Dahinter stehen allerdings die stark expansionsfreudigen Nummern zwei und, je nach Berechnung, drei oder vier der österreichischen Verlagsbranche: die Styria Medien AG (Kleine Zeitung, Die Presse, Wirtschaftsblatt) und die Moser Holding (Tiroler Tageszeitung, Oberösterreichische Rundschau). Und sie legen ihre Gratis-Wochenblätter zu einem Ring zusammen, der fast ganz Österreich abdeckt. Vorarlberg fehlt, Teile Oberösterreichs und - noch - Wien. In Vorarlberg gibt es bereits Vorgespräche mit dem Verleger Eugen A. Russ vom Vorarlberger Medienhaus.

7,5 Millionen für 74,9 Prozent

In Wien wollen die beiden Konzerne der Post eine Mehrheit an der Wiener Bezirkszeitung (bz) abkaufen. 7,5 Millionen für 74,9 Prozent werden kolportiert. Der Gegenwind von Krone und Mediaprint erreicht zweistellige Beaufort-Werte.

Der nationale Wochenzeitungsring gilt schließlich als Frontalangriff auf die Kronen Zeitung, zu der er Werbekunden eine Alternative bieten will.

Laut Leserstudie Regioprint reichen die vereinten Gratisblätter auf 200.000 Leser an die Krone heran (siehe Grafik). Noch ohne Gratiszeitung in Wien.

Mit einer Entscheidung über die Wiener Bezirkszeitung ist vor der Nationalratswahl nicht zu rechnen. Für die Post ist SP-Chef Werner Faymann als Infrastrukturminister zuständig. Und der baut als roter Spitzenkandidat auf kräftigen Rückenwind der Krone.

Nähere Details zu Plänen soll es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz geben. (DER STANDARD; Printausgabe, 15.9.2008)

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