Flugzeugabsturz in Russland: Alle Insassen tot

14. September 2008, 08:11
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88 Tote - Absturz auf Eisenbahngleise nahe Wohngebiet - Behörden: Triebwerkschaden führte zu Crash - Aeroflot-Chef schließt Terroranschlag nicht aus

Ein Passagierflugzeug der Aeroflot stürzte unweit der russischen Stadt Perm auf Eisenbahnschienen. Den Behörden zufolge ist der  Absturz auf ein defektes Triebwerk zurückzuführen. Der Aeroflot-Chef schließt einen Terroranschlag nicht aus. Ein Vertreter der russischen Generalstaatsanwaltschaft erklärte, es werde aufgrund der Erkenntnisse am Unglücksort von einem technischen Defekt des rechten Triebwerks ausgegangen. Der russische Transportminister Igor Lewitin erklärte zudem, man habe keine Erkenntnisse darüber, dass die Maschine in der Luft explodiert sei. Augenzeugen hatten zuvor in russischen Medien erklärt, das Flugzeug sei am Himmel auseinandergerissen.

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Bei einem Flugzeugunglück in der Nähe der russischen Stadt Perm (Kartenansicht) sind alle 82 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Die Aeroflot-Maschine, die um 1.10 Uhr Ortszeit vom Moskauer Flughafen Scheremetjewo startete, stürzte kurz nach drei Uhr beim Landeanflug in der Nähe eines Wohngebietes auf Eisenbahngleise ab.

Kinder und 21 Ausländer unter den Toten

Unter den Fluggästen waren nach Angaben von Aeroflot sieben Kinder und 21 Ausländer: Neun Ukrainer, fünf Aserbaidschaner sowie jeweils ein Passagier aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Italien, Lettland, der Türkei und den USA. An Bord war auch der frühere Befehlshaber in Tschetschenien und jetzige Kremlberater General Gennadi Troschew. Besonderes Glück hatten drei Erwachsene und zwei Kinder, die den Unglücksflug 821 versäumten und ihre Reise nach Perm mit dem Zug bestreiten mussten.

Absturzursache unklar

Behörden zufolge sei der Absturz auf ein defektes Triebwerk zurückzuführen. Ein Vertreter der russischen Generalstaatsanwaltschaft sagte am Sonntag der Agentur RIA Novosti, aufgrund der Erkenntnisse am Unglücksort werde von einem technischen Defekt des rechten Triebwerks ausgegangen. Der russische Transportminister Igor Lewitin sagte zudem, man habe keine Erkenntnisse darüber, dass die Maschine in der Luft explodiert sei. Informationen erhofft man sich außerdem von zwei Flugschreibern, die an der Absturzstelle gefunden wurden.

Hohe Flammen

"Das Erste, was mir eingefallen ist: Jetzt greifen uns die Amerikaner an, und das nächste Geschoss wird in mein Fenster fliegen", schreibt User Dimochka, der in unmittelbarer Nähe der Absturzstelle wohnt, in einem Blog. Die Flammen seien höher als ein zehnstöckiges Wohnhaus gewesen.Bei dem Aufprall des Flugzeuges wurden 50 Meter Schienen und eine 500 Meter lange Oberleitung zerstört. Die Trümmer sind auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern verteilt. Die Transsibirische Eisenbahn wurde unterbrochen.


Der Absturz der Aeroflot-Maschine ist das größte Flugzeugunglück in Russland seit August 2006, als beim Absturz einer Tupolew der Fluggesellschaft Pulkowo 170 Menschen starben. Die Luftverkehrssicherheit in Russland gehört laut der Internationalen Luftfahrtsvereinigung IATA zu den schlechtesten der Welt. (Verena Diethelm aus Moska/red/ DER STANDARD Printausgabe 15.9.2008)

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    ie Aeroflot-Maschine stürzte in der Nähe eines Wohngebietes auf die Eisenbahngleise

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    Die Überreste der Boeing 737 - die beiden Flugschreiber der Aeroflot-Maschine, die an der Absturzstelle nahe der Stadt Perm gefunden wurden, sollen Aufklärung über das Unglück bringen

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    Rettungskräfte an der Unglücksstelle.

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    Videoaufnahmen des Flugzeugwracks, das in der Nacht auf Sonntag nahe der sibirischen Stadt Perm verunglückte.

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