Islamisten stürmten Regierungsgebäude in Peschawar

13. September 2008, 21:33
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Geisen wurden befreit, Angreifer konnten fliehen - Keine Verletzten

Peshawar - In der Stadt Peshawar im Nordwesten Pakistans haben Dutzende bewaffnete Islamisten am Samstagabend vorübergehend ein Regierungsgebäude besetzt. Wie die örtliche Polizei mitteilte, schritten die Sicherheitskräfte ein, und die Angreifer konnten fliehen. Niemand sei verletzt worden. Nach Angaben des Polizeichefs von Peshawar, Sulaiman Shah, hatten die Islamisten bei ihrer Stürmung des Gebäudes mehrere Wachleute als Geiseln genommen. Diese hätten die Polizei verständigt. Die Angreifer sollen Anhänger eines örtlichen Islamistenführers sein, der für zahlreiche Gewalttaten verantwortlich gemacht wird.

"Wir haben das Gebäude geräumt und die Geiseln befreit, aber den Angreifern ist es gelungen, zu fliehen", sagte Polizeichef Shah. Die Polizei habe Straßensperren errichtet und die Suche nach den Angreifern aufgenommen. Ein ranghoher Sicherheitsvertreter sagte dagegen der Nachrichtenagentur AFP, Stammesälteste hätten mit den Angreifern verhandelt und ihnen für die Freilassung der Geiseln freies Geleit zugesichert. "Dieser Angriff war rein symbolischer Art, sie wollten zeigen, dass sie in der Lage sind, ein Regierungsgebäude anzugreifen", sagte der Sicherheitsvertreter.

Bewaffnet und maskiert

Augenzeugen zufolge waren die Militanten schwer bewaffnet und maskiert. Sie sollen Anhänger des radikalen Anführers Mangal Bagh sein, der für zahlreiche Entführungen verantwortlich gemacht wird. Er soll die Bevölkerung von Peshawar schikanieren und private Folterzentren sowie Gefängnisse unterhalten. Baghs Gruppe Lashkar-e-Islam wird auch für Angriffe von US- und NATO-Konvois nach Afghanistan verantwortlich gemacht.

Peshawar ist die Hauptstadt der North West Frontier Province, die unweit der pakistanischen Stammesregionen nahe der afghanischen Grenze liegt. Die pakistanische Armee kämpft in der Region gegen aufständische Kämpfer der radikalislamischen Taliban und des Terrornetzwerks El Kaida. (APA)

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