Grüne fordern Kampf gegen "Fernseh-SUVs"

13. September 2008, 15:45
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Stromverbrauch: Stadt soll Infokampagne starten - Fernsehbezogener Energieverbrauch soll sich bis 2020 verdoppeln

Plasmafernseher sind die Geländewagen des Wohnzimmers - aus Sicht des Energieverbrauchs. Dies beklagte am Freitag der Energiesprecher der Wiener Grünen, Christoph Chorherr. Insgesamt werde sich der prognostizierte Mehrverbrauch durch den Betrieb von Fernsehern von 2005 auf 2020 mehr als verdoppeln, da nicht nur Zweit- und Drittgeräte, sondern auch immer größere Bildschirme angeschafft würden. Diesen "Fernseh-SUVs" müsse Einhalt geboten werden.

Genug

Bereits jetzt besitze bei vier Millionen Geräten bundesweit jeder Haushalt statistisch 1,13 Fernseher. Und das Fraunhofer-Institut prognostiziere in einer aktuellen Studie zwischen 2005 und 2010 eine Zunahme der in Haushalten betriebenen Fernsehgeräte um 42 Prozent.

Zugleich würden Plasma-TVs bei gleicher Bildschirmgröße deutlich mehr Strom verbrauchen als LCD- und Röhren-Geräte, mahnte Chorherr. Und auch innerhalb der verschiedenen Technikvarianten könne der Verbrauch um das Doppelte variieren. Dabei käme es nicht auf die Größe an, unterstrich der Grüne Energiesprecher. Nach wie vor hätten Röhrengeräte noch immer die beste Bildqualität.

Mehrverbrauch

Angesichts der aktuellen Entwicklung prognostiziere das Fraunhofer-Institut dennoch einen Mehrverbrauch im Jahr 2020 gegenüber 2005 von 905 Gigawattstunden - was beinahe der Jahresproduktion des Donaukraftwerks Freudenau entspreche. Deshalb seien europaweite Energielabels vonnöten. Zugleich hätten aber auch große Kommunen wie Wien Maßnahmen zu setzen. Dazu gehören für Chorherr eine Informationskampagne mit dem Elektrofachhandel und der Wien Energie, der ausschließliche Ankauf energiesparender Geräte für den Magistrat und Initiative, um die Elektrogroßmärkte zu einer freiwilligen Kennzeichnung zu veranlassen. (APA)

 

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