make.tv: Online-TV zum Selbermachen

13. September 2008, 15:29
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Webportal stellt Ü-Wagen-Technik für User zur Verfügung - make.tv geht kommende Woche auf Sendung

Mit make.tv startet kommende Woche ein Online-Portal, das für frischen Schwung bei Web-TV-Angeboten sorgen soll. make.tv ist ein Service, der es jedem User auf einfache Weise ermöglicht, sein eigenes Video- und Web-TV-Programm zu produzieren bzw. live zu senden. Alles, was dazu benötigt wird, ist eine Kamera, ein Rechner und Internetzugang. "Der Service richtet sich vorerst an User aus dem Amateurbereich, allerdings wollen wir in weiterer Folge auch professionelle Produzenten für unseren Dienst gewinnen", erläutert Andreas Meyer, Gründer von make.tv. So seien bereits Kreative aus der TV-Branche an ihn herangetreten, die Ideen für eine Web-Show, jedoch nicht die Finanzmittel haben, um sie zu realisieren.

Ü-Wagen

"Hinter make.tv steht die Idee, dass wir Usern auf unserer Plattform die gesamte Technik zur Verfügung stellen, die sich üblicherweise in einem Ü-Wagen findet und für eine Live-Sendung nötig ist", erklärt Meyer. Mit make.tv sollen primär Inhalte für das Web produziert werden, die Plattform bietet dazu jegliches Equipment zur Video- und Tonmischung. "Möglich ist dabei vieles. So können beispielsweise Power-Point-Präsentationen in ein Video eingefügt werden, Charts gezeigt oder Webseitenrundgänge direkt auf den PC durchgeführt werden. Durch Bild-in-Bild-Funktion ist der Moderator dennoch immer als kleines Bild im Vordergrund", so Meyer. Allerdings ist es mit make.tv ebenso möglich, Blue-Box-Aufnahmen zu produzieren.

Viele Bilder

make.tv beschränkt sich jedoch nicht nur auf Bilder von einer einzigen Kamera, sondern unterstützt beliebig viele Bilderquellen, berichtet Meyer. So können sich mehrere Personen zu einem Produktionsteam zusammenschließen. Die Mitglieder treffen sich online im virtuellen Schneideraum und bearbeiten die Sendung dort. Dabei können auch mehrere Kameras zum Einsatz kommen, die live geschnitten werden. Der Fokus auf Live-Sendungen steht bei make.tv klar im Vordergrund, obwohl die Sendungen anschließend auch "on Demand" aufgerufen werden können. "Videoportale wie YouTube haben den Videomarkt im Web zwar geöffnet, guter User-Generated-Content findet sich jedoch äußerst selten", meint Meyer. Den Grund ortet er darin, dass es sehr aufwendig sei, entsprechende Videos aufzunehmen, zu produzieren und auf die Plattform zu laden. "Live zu produzieren ist hier bedeutend einfacher, denn es reicht, die Kamera aufzudrehen und loszulegen."

Eingebettet

An den User gebracht werden die Sendungen über den make.tv-Player. "Die Sendungen müssen nicht auf unserem Portal konsumiert werden. Der Player lässt sich in Webseiten ebenso einbauen wie in Web-2.0-Portale wie MySpace", sagt Meyer. Schließlich gehe es darum, dass die Produzenten ihre Zuseher dort abholen, wo sie im Web unterwegs sind. Das sei entweder in Social Networks, Blogs oder auf Homepages. Der Player selbst ist äußerst vielseitig, kann dem Layout und den Farben der Hompage angepasst werden und dient neben der Wiedergabe der Live-Streams auch als Player für abgespeicherte Videos des Produzenten. Darüber hinaus hat er eine Chatfunktion integriert, die einen direkten Kontakt zwischen Produzent und Zuseher ermöglicht und den reinen TV-Genuss in eine interaktive Erfahrung verwandelt. Der User kann auf diese Weise die Sendung selbst mitgestalten.

Final

Das Videoproduktionsportal ist seit Ende 2007 in einer Beta-Version verfügbar. Seitdem haben über 1.000 User make.tv getestet und bereits Sendungen produziert. Die Palette der möglichen Produktionen reicht von Nachrichten über Comedy, Shopping-TV, Dokumentationen oder Live-Mitschnitte von Konzerten. "Wir haben beispielsweise die Backstage-Sendung für einen Musiker produziert. Mithilfe von make.tv wurde der Künstler nach seinem Auftritt begleitet und das Video live auf seiner Fan-Website gestreamt. Die Zuseher hatten dabei die Möglichkeit online Fragen zu stellen, die er live beantwortete", nennt Meyer ein Beispiel für eine make.tv-Produktion.

Startschuss

Der offizielle Startschuss für die Videoproduktionsplattform wird in der kommenden Woche fallen. Meyer und Mitgründer Georg Lenzen werden die Möglichkeiten des Online-Services plattformgerecht in Form einer Live-Sendung vorstellen. Der Dienst soll bis Ende des Jahres für alle interessierten User kostenlos zur Verfügung stehen. Ab dem kommenden Jahr werde schließlich eine Basisversion angeboten, die bis zu 100 Live-Zuseher erlaubt. Daneben gibt es eine professionelle Variante, für die schließlich eine monatliche Gebühr anfallen wird. Angedacht sind zudem spezielle Übereinkünfte mit professionellen Produzenten, die make.tv nutzen und das erstellte Programm vermarkten. "Genaue Details können wir derzeit allerdings noch nicht bekannt geben", so Meyer abschließend. (pte)

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