Gewerkschaften fordern Treffen mit Sonderkommissar Fantozzi

12. September 2008, 21:43
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Gewerkschaftschef Epifani: "Jetzt gibt es kein Zurück mehr"

Rom  - Die neun Gewerkschaften der Alitalia haben am Freitagabend ein Treffen mit dem von der Regierung zur Alitalia-Sanierung beauftragten Sonderkommissar Augusto Fantozzi gefordert. "Wir wollen über die Schritte informiert werden, die er jetzt unternehmen will", betonte ein Gewerkschaftssprecher. Fantozzi hatte mit der Einleitung der Kündigungsverfahren der Alitalia-Belegschaft gedroht, sollten die Verhandlungen über den Rettungsplan scheitern.

Das italienische Unternehmerbündnis CAI um die Mailänder Bank Intesa San Paolo, das sich zur Übernahme der krisengeschüttelten Airline bereiterklärt hatte, hat am Freitag auf weitere Verhandlungen über einen Rettungsplan verzichtet. CAI reagierte damit auf die Pilotengewerkschaften, die die Bedingungen des Rettungsplans wegen der massiven Jobkürzungen und den Gehaltsreduzierungen für die Belegschaft als unannehmbar bezeichnet hatten.

"Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem es kein Zurück mehr gibt. Ich rechne mit einem tragischen Ende der Verhandlungen, das sich Italien nicht verdient", sagte der Chef des stärksten Gewerkschaftsverbands Italiens, CGIL, Guglielmo Epifani. Er gab somit zu verstehen, dass es keine Alternative zu Alitalias Bankrott gebe. Zuversichtlicher zeigte sich Arbeitsminister Maurizio Sacconi. "Es gibt noch eine 50-prozentige Chance, dass es doch noch zu einer Einigung kommt".

Industrieminister Claudio Scajola meinte, die Alitalia sei pleite. "Außer dem Unternehmerbündnis, das den Rettungsplan eingereicht hat, gibt es keine Alternativen für die Gesellschaft. Der Rettungsplan ist zwar hart und fordert Opfer, doch er ist der einzige Ausweg aus der Krise", so Scajola.

Die Opposition attackierte die Regierung Berlusconi scharf. Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi habe sich während des Wahlkampfes im April gegen die Übernahme der Alitalia durch Air France-KLM gestemmt. Jetzt breche die Fluggesellschaft zusammen, warnte Oppositionschef Walter Veltroni. (APA)

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