Rote Suppe im Rathauskeller

12. September 2008 18:57
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    Wichtige Entscheidungen fallen im Keller des Rathauses.

Der Wiener Bürgermeister ist Chef eines Milliardenkonzerns, der die Wiener von der Wiege bis zur Bahre begleitet

Wien - Sie regieren ihr Land mit absoluter Mehrheit, auf Bundesebene geht ohne sie nichts und Kritik an ihrer Politik empfinden sie grundsätzlich als Zumutung: Erwin Pröll und Michael Häupl verbindet einiges. Allerdings hat der schwarze Landesfürst einen besseren Draht zu regionalen Wirtschaftsgrößen als der rote Bürgermeister.

Guter Draht zu Magna und Siemens,...

Während Pröll das Land mit Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad schupft, pflegt Häupl diskrete Kontakte zu Wirtschaftsbossen, allen voran zu Magna-Gründer Frank Stronach, dessen Investitionspläne für ein Einkaufszentrum in Rothneusiedl durch die städtische U-Bahn attraktiviert werden. Der Draht zu Siemens, dem mit Abstand wichtigsten Industriekonzern der Bundeshauptstadt, ist sicher nicht schlechter geworden, seit Exfinanzstadträtin Brigitte Ederer dort als Generaldirektorin werkt. Und mit der ehemaligen Gemeinde-Versicherung, der Wiener Städtischen, lässt sich in Wien-Oberlaa allemal ein Gesundheitspark in der roten Reichshälfte entwickeln.

Dafür kommen Werbung und PR aus eigenem Stall. Denn über den "Verband Wiener Arbeiterheime" hält sich die Stadt neben Bau- und Wohnbaugesellschaften unter anderem das Echo Medienhaus und einen Anteil am Außenplakatierer Gewista. Echo Media hat sich unter Noch-Kanzler Alfred Gusenbauer und Möchtegernkanzler Werner Faymann zu einer Art Rangiergleis auch für die Bundespolitik entwickelt, auf dem Personal für Kabinette und Pressestellen geparkt und verschoben wird.

Dass mit den Arbeiterheimen auch Geld in die roten Kassen kommt, darüber wacht der Landesparteisekretär und präsumptive Landtagspräsident Harry Kopietz, er sitzt im Vorstand des Vereins, der jährlich rund 4,5 Millionen Euro abwirft.

...Ströck und Piatnik

Tunlichst im Hintergrund zu bleiben sucht auch Häupls Vize, Finanzstadträtin Renate Brauner, bei ihren Kontakten mit heimischen Magnaten. Was nicht heißt, dass die Wiener Stadtregierung nicht darauf schaut, dass das Geld möglichst in der eigenen roten Großfamilie bleibt. In der gibt - erraten - Kopietz den Ton an. Gut befreundet ist der "Vater des Donauinselfests" beispielsweise mit der Großbäckereifamilie Ströck (die in U-Bahn-Stationen eine Filiale nach der anderen eröffnen und dabei Ankerbrot den Rang ablaufen) sowie den Spielkartenherstellern Piatnik.

Dagegen sind die Kommunalbetriebe transparent. Auf Stadtwerke, Stadthalle und Simmeringer Kläranlage - 73 ehemals stadteigene Betriebe wurden in die Wien Holding ausgegliedert - kann die Stadtregierung wohl nicht mehr direkt zugreifen. Die Leine ist freilich eine kurze, wurde die Wien Holding Aktiengesellschaft doch 2001 in eine (weisungsgebundene) Ges.m.b.H. rückverwandelt. An deren Spitze steht ein Duo mit Stallgeruch: Peter Hanke ist Sohn des Ex-SP-Gemeinderats Erik Hanke, der in den Achtzigern Chef der (damals gemeindeeigenen) Gewista war. Brigitte Jilka leitete zuvor die Stadtplanung (MA 18) im Rathaus. (Martina Stemmer, Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13./14.9.2008)

Kommentar posten
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Lagerhausfraktion
14.09.2008 19:55
An alle Dauernörgler

Warum ist Wien immer unter den Top3 wenn es um das Ranking der weltweit lebenswertesten Städte geht? Weil die Stadtverwaltung so korrupt ist, der Bürgermeister immer bsoffen? Wenn es nach der VP gegangen wäre, gäbe es keine Donauinsel, U-Bahn auch nicht. Dass die Frau Laska beim Prater totalen Pfusch gebaut hat ist mehr als ärgerlich, aber deswegen gleich alles in Grund und Boden keppeln ist lächerlich. An die beiden Redakteurinnen: no na, werden in städtischen Betrieben zwangsläufig mehr Vertreter der Mehrheitspartei tätig sein, als die der Opposition. Nicht wirklich überraschend. Wenn`s halt nicht passt in Wien, Onkel Erwin nimmt euch sicher gerne auf!

aylano
15.09.2008 18:30
Österreich wirkt auch auf Wien.

erstens
Die Wiener Hochquellen-Wasserleitung hat eben keine/kaum eine Millionen-Stadt.

zweitens
Wien hat AFAIK das 3. größte Straßenbahn-Netz der Welt.
Und das Straßenbahn-Netz gilt als sozial und das U-Bahnnetz & Autobahnen als Neo-Liberal & Kapitalistisch.

Rat mal, was gebaut wird und was ausgebaut wird.

drittens, wie schon erwähnt, wirkt sich Österreich eben auch auf Wien aus.
Und wenn Österreich viel Geld einsparen muss und Sozial-Leistung gekürzt werden muss, dann wirkt sich das eben auch auf Wien aus.

Usw usw.

Der Praterskandal ist ja nicht der einzige.
Dialyse-Skandal
Lainzskandal
und und und

Und diese sind in den letzten Jahren bekanntgeworden.

Walter Joseph Kovacs
14.09.2008 10:15

rot in wien,
schwarz in nö;
alles dasselbe!

adaschauher
14.09.2008 09:30
in palermo wuerde man sagen: typisch mafia

Roter Baron
14.09.2008 09:05
nix verstanden, nicht genügend, setzen, meine damen!

das ist eine kommunalverwaltung
und kein konzern
der unterschied, meine damen, ist,
nicht alles im leben muss
krankhaft gewinn machen.


roter baron

aylano
14.09.2008 16:57
Auch wenn es eine Kommunalverwaltung ist, braucht

man die enormen (bis 550 Mio. Euro) Subventionen nicht so verstecken wie es profitgeile Konzerne es tun.

Und das ist kein Zufall.

Mit diesem Enormen Subventionen fördert man dann die Freunderln, indem man die U-Bahnen dort hin baut.

Würden die Wiener und Österreicher die wahren Kosten der Wiener Linien erfahren, so würden sie sich mehr gegen die U1 wehren, die zum Stronach Einkaufszentrum geführt werden soll oder die U2 zu den Aspern-Flugfeld-Gemeinde Gründe

Stattdessen, würden sie sich eher eine U-Bahn wünschen a la U5/U2 die durch dicht besiedelten Gebieten und wichtigen Verkehrsknoten a la zum U5:Nordwestenwien-AKH-Uni-Rathaus-Karlsplatz-Zentralbahnhof und U2:Wienerberg-5.Bezirk-Rathaus-Stadion-Aspern

Heißt ja nicht umsonst >U<-Bahn

Wolfi Schüssler
14.09.2008 08:47
an die redaktuerinnen

möchtegernkanzler faymann, bin ich hier im standard oder bei der presse???? noch tendentiöser gehts wohl nicht??? die beiden redakteurinenn können wohl noch nicth über ein zartes alter des unpolititschen grünwählertums hinausgekommen sein, wenn man derart keine ahnung von der gschichte der arbeiterbewegung hat wie es dieser artikel zu tagebringt?
standard quao vadis???

Am Boden der Badewanne ist ein tiefes, dunkles Loch
14.09.2008 13:42

Der Standard erfüllt eben die von den ihm nahestehenden Grünen vorgeschriebene Frauenquote. Eingestellt wird, was daherkommt, hauptsache Frau. Ein Grund mehr, einen weiten Bogen um die Grünlinge zu machen. Hätten die was zu sagen, sähe es bald überall so aus. Die Gefahr geht aber zum Glück ohnehin gegen null.

Ava Tar
14.09.2008 06:56
Es ist eine gute Sache,

die durch kommunale Leistungen verdienbaren Profite nicht privaten Konzernen zu überlassen, deren Eigentümer mit dem verdienten Geld dann in Villen am Stadtrand leben, sondern selbst zu machen, sodaß die Teilbereiche einander stützen und allfälliger Überschuß der Allgemeinheit zugute kommt.

Es ist eine ANDERE Sache, dieses Gute vom Vorgänger zu übernehmen und wie folgt zu agieren. Meines Wissens (Auszug):

Kabel TV Wien: "Verwaltung" des 5%-Anteils an Telekabel, plus "Wienweb" & Kleinklimbim - 2 Geschäftsführer (Cap junior und nochwer)

Twin City Liner: 4x täglich Wien-Bratislava, 1 Schiff - 2 Geschäftsführer (ok, nun auch 2 Schiffe)

CAT: 1 Zugsgarnitur mit 5 grünen Wagen ? - 2 Geschäftsführer

Blizznet <= ha ha, Pratervorplatz, usw.usf.

aylano
14.09.2008 16:46
Schön wärs

Die Wiener Holding & Stadtwerke brauchen ca. bis 550 Mio. Euro jährlich an Subventionen, damit die Politiker Leute wie sie belügen und in die Irre führen können, dass diese Betriebe ja achso-Wirtschaftlich sind.

Das ist der Grund, warum sich kaum ein Privater für diese Betriebe interessiert

Diese Subventionen wurden nicht umsonst so gut versteckt.

Hingegen die ÖBB listet die Subventionen ziehmlich genau und übersichtlich auf.
Und weil alles bei der ÖBB viel besser aufgelistet ist, gibts eben auch "mehr Skandale deutlich" zu erkennen.

Am Boden der Badewanne ist ein tiefes, dunkles Loch
14.09.2008 01:27

Möchtegernkanzler Faymann? Man kann zu Faye Cashaway stehen wie man mag, aber der Begriff "Möchtegernkanzler" zeigt wieder mal, wo der Standard steht.

heiliger strohsack!
13.09.2008 23:20
Mir ist Wien,

in dem es nicht wenig zu kritisieren gibt, beim Arsch lieber, als z.B. NÖ.
Verstehe nicht, dass der 71er samt Zentalfriedhof als Gipfel der Trostlosigkeit beschrieben wird. Das kann nur von jemand kommen, der NÖ als Durchreiseland oder von Wochenendausflügen kennen gelernt hat.

inness robins
13.09.2008 17:44
Stronach krank

oder warum ist er in den Medien jetzt absent?

Bösmensch
13.09.2008 19:42
Gut Wirtschaften?

Gut Wirtschaften ist anders. Ein übles "Gerüchle" umweht nahezu alle wirtschaftlichen Entscheidungen des Molochs Wien. Das ist aber schon seit Zeiten des AKHs und des Baurings so. Die Vetternwirtschaft ist schon so selbverständlich geworden, dass nichteinmal der Standard mehr sich daran stösst. Schuld ist aber nur das dumme Wahlvieh. Solange eine billige Gemeindewohnung dabei rausschaut, hält man lieber den Mund und wählt rot.

Rainer Ruby
13.09.2008 21:16
Was ist eigentlich

aus dem Praterportal geworden ? Hat das für irgendwen ausser den ums Geld geprellten Zulieferern Konsequenzen gegeben ?

NONE
13.09.2008 20:18

Das ist total falsch was sie da schreiben.

Und nur um eines zu korrigieren - Häupl's Hauptproblem ist das er "zu alt" geworden ist. Ich glaube daher nicht das die SPÖ eine absolute Mehrheit (mit Häupl als Spitze) schaffen kann. Das ist übrigens eine andere Situation als in Niederösterreich - Wien ist schnelllebiger geworden.

Aber wir werden ja bei der nächsten Wahl sehen ob ich falsch lag. ;)

baneck08
13.09.2008 15:36
Was erlauben sich diese SOZIS ?


Zuerst machen sie in jahrzehntelanger Alleinherrschaft Wien zur Millionenstadt mit dem weltweit höchsten Lebensniveau und dann -als ob das nicht schon schlimm genug wäre- wirtschaften sie auch noch gut.

SAUEREI

Aber gut, dass wir den derstandard haben ...

der bobo aus dem 7.
14.09.2008 10:13
die welt ist größer!

eine milionenstadt war wien schon immer. eine kleine, muss betont werden. dafür können die roten nichts, sie haben nur maßgeblichen anteil an jenen, die sie in dieses dorf gelassen haben. gehen sie auf flohmärkte, da sehen sie die früchte der arbeit des städtischen siedlungsamtes.
das weltweit höchste lebensniveau? wo haben sie das her? wurde ihnen das bei den kinderfreunden, den jusos und jetzt an ihrem arbeitsplatz (wiener bestattung) eingetrichtert?

Häferl
14.09.2008 08:21
Bei einer Geührenerhöhung von 20 %

könnte jeder Betrieb super leben,wenn die Konkurrenz so eine radikale Preisanpassung zuließe. Aber nach sozialistischer Betriebsauffassung>>Und wenn wir nicht auskommen, der Steuerzahler ist stets unser Sponsor.
Wie verblendet (indoktriniert) muß man da schon sein? Kleinfirmen raufen bereits um's Überleben, ganze Straßenzüge in Wien mit aufgelassenen Geschäften. Klar, rund ums Rathaus alles "pippifein",denn da sind ja die Touristen.

onlooker
14.09.2008 10:55
ich bin mit vielem in wien nicht einverstanden,

bin auch kein sozi, sondern unabhängig, aber wenn sie sich anschauen, welche investitionen in wien stattgefunden haben, fernwärme, u-bahnen, dann muss einem klar sein, daß diese grossprojekte von dem steuerzahler bezahlt werden müssen. wie gesagt, ich gehöre keiner partei an, aber ich finde, man muss auch dinge anerkennen, die gemacht wurden.

Argamak de oro
 
13.09.2008 19:41
Was erlauben sich diese SOZIS ?

ach ja, filz und korruption sind ja so romantisch, dass wir schon einmal auf einem auge blind werden können, denn der herr (häupl) gibt und der herr nimmt, ganz wie's ihm beliebt und warum die häupls und die prölls einander so gut verstehen ist die gemeinsame herkunft aus einem der dumpfsten patriarchalisch und streng hierarchisch strukturierten landstriche österreichs. das lebens- und liebenswerte an österreich ist die tatsache, dass viele menschen trotz solch trister rahmenbedingungen nicht den lebensmut verlieren.

aylano
13.09.2008 18:47
Gut Wirtschaften?

Die Stadtwerke würden ohne Subventionen für den Wienerlinien-Betrieb ein Defizit von bis zu 600 Mio. Euro ich Jahr machen

Bei der Wiener Holding würde das Defizit ohne Subventionen bis zu 50 Mio Euro im Jahr ausmachen

Nun ja, sehr gut versteckt im achso-Transparenten Geschäftsbericht, wo man gewisse Einnahmen anders umschreibt und nicht/teils näher erwähnt

Nach der ÖBB Reform, also nach der Pur-Pur-Roten-Ära, stellt sich heraus, dass die ÖBB ca. 1,7+ Mrd. Euro Subventionen braucht

Die ÖBB kann keine Schulden mehr verstecken, aber bei den Städten geht das noch weiter

Vielleicht hat Magna der Stadt Wien paar Tipps, wie man Schulden gut versteckt.
Zufällig wird die U1 zum Magna EKZ gebaut.
Kosten-Nutzen-Prüfung von U-Bahnen gibts eh nie

dermartino
17.09.2008 12:48

schwachsinn... die Stadtwerke sind eine Goldgrube.. und Öffis werden auf der ganzen Welt subventioniert und das ist verdammt nochmal richtig so

heute schon gegrassert ?
14.09.2008 09:33

Armseliges Argument.
Welche Verkehrsbetriebe auf der Welt bekommen keine Subventionen ?

aylano
14.09.2008 12:53
Ich lasse mich halt nicht gerne belügen und verarschen. Ich weiß, sehr armselig.

Für mich waren die Versprechen von Gusen.baur absolut nicht nachhaltig und daher hatte ich ihn nicht gewählt.
Dass die Lügen so zum Vorschein kamen, hatte mich überrascht.

Vielleicht lassen sie sich gerne belügen und verarschen. Dann empfehle ich Fay.man, da seine Maßnahmen extrem ineffizient sind.
Na ja, effizient für Schulden, aber ineffizient für Sozial-Politik.

Klar gehören Öffis gefördert. Das muss so sein, da die Konkurrenz alias Auto noch viel zu stark subventioniert wird.

Aber leider ist die U-Bahn-Planung nicht im Interesse der Bevölkerung sondern im Interessen der Stadt und Politiker-Freunderl.
Nicht umsonst führt die U-Bahnstrecke mit 50% Bundes-Gelder zu Eigen-Immobilien & Freunderl-Immobilien.
3.Versuch, ich bete es klappt

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