Kaputt, hin, hinig

12. September 2008, 18:24
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"Zoit si net aus!", heißt es: "Kaufen S' Eana an Neich'n!"

Wenn Ihnen in der Linzer Straße ein Mensch begegnet, der den Spar-Markt mit vollen Kisten leerer Flaschen verlässt, dann ist drinnen der Rückgabeautomat kaputt. "Kaputt" bedeutet: Stillstand auf tiefem Niveau. "Wird repariert", heißt es. Irgendwann. Bis dahin können die Flaschen manuell leider nicht zurückgegeben werden. Denn es gibt zwar (unsere) Hände, die sie aushändigen würden, aber leider fehlen jene, die sie uns abnehmen könnten. Die wurden eingespart. Also nehmen wir die Leerflaschen-Kisten eben wieder mit. Das macht Spaß.

Es geht aber noch kaputter: Dann nämlich, wenn etwas kaputt ist und bleibt. Dann ist es hin. Abkürzung von "hinüber". Es hat sich für immer verabschiedet, wird nicht mehr repariert. "Zoit si net aus!", heißt es: "Kaufen S' Eana an Neich'n!" Es geht aber noch kaputter: dann nämlich, wenn das soeben gekaufte Gerät an ein anderes angeschlossen werden muss, und, wiewohl keines von beiden kaputt ist, sie insgesamt nicht funktionieren: "Is a oid's Modö!", heißt es: "Do brauchen S' a neich's dazua!" Das System, das diesen Vorschlag deckt, ist "hinig" - jenseits von hinüber. Dort lebt die Wirtschaft noch gut. (Daniel Glattauer, Der Standard Print-Ausgabe, 13./14.09.2008)

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