"Sponsoring hat für uns einen echten Nutzwert"

12. September 2008, 17:00
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Montblanc hat sich beim Sponsoring ganz und gar der Kultur verschrieben - Nachhaltigkeit ist beim Fördern oberstes Gebot

Wie groß der jährliche Sponsoring-Etat ist, kann Ingrid Roosen-Trinks nicht beantworten: "Was müsste man da nicht alles ins Budget reinrechnen? Abgesehen von unseren Kulturprojekten schenken wir unseren Mitarbeitern jedes Jahr auch Arbeitszeit, damit sie Ausstellungen und Theateraufführungen besuchen können. An solchen Tagen wird in unseren Hamburger Headquaters auch gar nichts produziert, was natürlich auch viel kostet."

Dennoch, jedes Jahr würde mehr Geld als geplant für Musik, Literatur und bildende Kunst ausgegeben werden. Welche Idee und welche Menschen von der Luxus-Firma unterstützt werden, entscheidet jedes der 70 Länder mit Montblanc-Repräsentanz selbst. Seit 1995 ist sie bei dem Schreibgeräte, Taschen- und Schmuckhersteller der Luxusklasse tätig und hat seitdem dem Sponsoring ihren Stempel aufgedrückt. 20 bis 40 Anfragen kommen wöchentlich auf ihren Schreibtisch.

Philharmonie der Nationen

"Während meiner Tätigkeit ist es noch nie vorgekommen, dass wir ein gefördertes Projekt im Nachhinein bereut haben. Wir prüfen im Vorfeld sehr genau, wofür wir Mittel zur Verfügung stellen. Als traditionelles, wertorientiertes Unternehmen werden wir mit Nachhaltigkeit und Beständigkeit verbunden. Das spiegelt sich auch in unserer Sponsoringphilosophie wider", sagt die studierte Volkswirtschafterin und nennt als Beispiel die Philharmonie der Nationen, dessen Schutzherr Montblanc seit der Gründung vor 15 Jahren ist.

Ebenso verhält sich das mit der Kulturstiftung des Unternehmens. Alle zwei Jahre stiftet der Konzern zeitgenössische Kunstwerke der Hamburger Galerie der Gegenwart. "Aber bevor die Bilder dort ausgestellt werden, schmücken sie unsere Räume in Hamburg, damit unsere 800 Mitarbeiter hier auch etwas davon haben", erzählt Roosen-Trinks, "Menschen die jeden Tag von Schönem umgeben sind, denken positiver und sind inspirierter, das merken wir ganz stark."

Kultur und Kultiviertheit

Wieso sich der Konzern beim Geldgeben ausschließlich den schönen Künsten verschrieben hat, liegt für die Managerin auf der Hand: "Ob Bücher, Libretti oder Noten, alles wurde einmal mit der Hand geschrieben, und edle Schreibgeräte sind unser Ursprung. Die Organisation eines Literaturwettbewerbs ist uns näher als die Teilnahme an einem Umweltprojekt", so Roosen-Trinks.
Mit Montblanc würde von unseren Käufern Kultur und Kultiviertheit verbunden, genau das wolle man.

"Schauen Sie die Salzburger Festspiele an, dort sponsern wir großzügig einzigartige Projekte, aber für uns hat das einen echten Nutzwert!" Und wer ist die Zielgruppe? „Menschen, die Musik lieben, kultiviert, stilvoll und diskret sind", so Roosen-Trinks. Diskret, das ist übrigens der Richmond Konzern, der seit Anfang der 80er- Jahre zu 100 Prozent Eigentümer von Montblanc ist, auch: Weder Umsatzzahlen, EGT noch Ebit des Herstellers der Edelfeder werden gesondert veröffentlicht. (Judith Hecht/DER STANDARD; Printausgabe, 13./14.9.2008)

  • Ingrid Roosen-Trinks leitet seit 1995 die Montblanc-Kulturstiftung und hat dem Sponsoring ihren Stempel aufgedrückt.
    foto: montblanc

    Ingrid Roosen-Trinks leitet seit 1995 die Montblanc-Kulturstiftung und hat dem Sponsoring ihren Stempel aufgedrückt.

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